David Arnolds zweiter Bond-Score also... Was im direkten Vergleich zum Vorgänger "Tomorrow never dies" (1997) sofort auffällt sind zwei Dinge: zum einen der breitere Einsatz elektronischer Elemente und zum anderen der beinahe völlige Verzicht auf thematische Komposition. Das eine bedingt hier vermutlich das andere. Die Gliederung geht von den fünf großen Action-Sequenzen ("Come in 007 - Your Time is up", "Ice Bandits", Going down - The Bunker", "Caviar Factory" und "Submarine") aus, welche sozusagen das Rückgrat des Scores (und natürlich auch des Films) bilden. Diese werden mit kleineren dezenten Motiven umrahmt, welche vor allem Szenen der dramaturgischen Entwicklung untermalen. Besonders heben sich dabei "Access denied", das jazzige Lounge-Atmosphäre entfaltende "Casino" und natürlich ein filigran-dezentes "Elektra's Theme" hervor, welches es vermag, die Tragik dieses Charakters auf subtil-romantische Weise zu vermitteln. Ein weiteres Highlight ist sicherlich "Body Double", was auf den ersten Eindruck nicht allzuviel herzumachen scheint, doch nach mehrmaligem Anhören und der Betrachtung der dazugehörigen Szene im Film deren spannungsgeladene Grundstimmung nahezu perfekt beschreibt. Soweit scheint das Konzept des Albums schon einmal zu stimmen. Umrahmt wird das ganze vom Titeltrack, der den direkten Vorgänger um Längen schlägt, für Bond-Verhältnisse aber eher im Mittelfeld rangiert und dem im Film nicht verwendeten Jazz-Pop Standard "Only myself to blame" (Scott Walker). Dieser Song bereitet das eine oder andere Problem. Hört man auf den Text, stellt sich der Eindruck ein, dass man dem Bond-Charakter dieses Films eine emotionalere, fast tragische Seite geben wollte, indem man die Bond-Elektra Beziehung intensivieren und Bond auf den schmalen Grad zwischen Liebe und Pflichterfüllung führen wollte. Davon hat man offensichtlich abgesehen, was diesen Titel überflüssig machte.
Als einzigen Schwachpunkt könnte man das noch verkraften, doch entpuppen sich relativ schnell auch "M's Confession", "Pipeline" und "Torture Queen" als zumindest schwächere Beiträge zum Score. "Christmas in Turkey" vermittelt schließlich einen etwas zu sehr auf ein Happy End angelegten Eindruck und steht damit natürlich in einem Missverhätnis zum Abschlusstrack.
Als Fazit lässt sich festhalten, dass der gesamte Soundtrack größtenteils überzeugt. Allerdings muss man sich damit abfinden, dass hier vor allem Underscoring-Material geboten wird und durch den breiten Einsatz von Elektronika hin und wieder beinahe Dancefloor-taugliche Passagen entstehen. Größtenteils also sehr rasant, im dezenteren Bereich subtil und romantisch aber nicht immer überzeugend. Ein leicht unfertiger Eindruck lässt sich wohl nicht völlig vermeiden, doch ist das sicherlich auf das an manchen Stellen doch etwas Bruchstückhafte Drehbuch des Films zurückzuführen (beispielsweise ist die von Denise Richards gespielte Christmas Jones so blass, dass es noch nicht einmal für ein individuelles Thema gereicht hat). Für Bond-Fans wohl unvermeidlich, doch sonst sicherlich kein Muss...