Sein erstes Percussion-Projekt unter dem poppigen Namen „Megadrums" startete Reinhard Flatischler 1986. Das Ergebnis hielt Flatischler auf der CD „Schinore" fest. Die nachfolgenden Projekte hießen „Coreana" (1987), „Transformation" (1990) und „Ketu" (1993). Immer hatte Flatischler großartige Percussionisten zusammengebracht und konzentrierte Musik geknüpft. 1995 dann aber gelang Flati, wie seine Freunde ihn nennen, ein echter Coup: Einige der weltbesten Percussionisten folgten seinem Ruf. Flati spielte mit Zakir Hussein, mit Airto Moreira, mit Glen Velez, mit Valerie Naranjo und Milton Cardona. Das sind sie also nun, die Percussionisten von Pop-Ikonen wie Sting, Paul Simon, Grace Jones und David Byrne. An einem strahlenden Sonntag hatte ich 1995 die Gelegenheit, diese geballte Rhythmus-Mannschaft in Einzelinterviews kennen zu lernen. Airto sprach von Geistern, die in einer Parallelsphäre um uns herum schweben und ihm Kraft gäben; Milton Cardona erzählte mehr als zehn Witze von Studio-Jobs in New York; die Indianerin Valerie Naranjo verlor sich in Einzelheiten ihrer Karriereleiter, während Glen Velez von Zeitebenen berichtete, in denen wir existieren. Zakir Hussein, sachlich und entspannt, sprach als einziger aus, was den Trommel-euphorischen Reinhard Flatischler so besonders macht: „Wir wissen natürlich, dass er kein virtuoser Percussionist ist - aber er hat dies Projekt auf die Beine gestellt." Und das, so Hussein, sei eine riesige Leistung. Gemeinsam gingen die Musiker auf Tournee und stellten ihre CD „Layers of Time" vor. Die hier vorliegende Compilation aus allen fünf früheren Veröffentlichungen hebt einen Musiker hervor, der neben Initiator Flatischler immer dabei war: Flötist und Saxophonist Wolfgang Puschnig. So sachlich er auch aussieht - durch und durch prall und spektralfarben wirkt sein Spiel. Ich sage es mit Husseins Worten: „Megadrums ist eine riesige Leistung."