Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn RZA mal nicht Chef des Clans ist und nicht über seine manchmal wild werdende Wu-Herde wachen muss, dann verwandelt er sich in Bobby Digital, einem sexfixierten Egomanen. Oder er pilgert auf den Spuren der Shaolin durch chinesische Klöster, was sein eigenwillig gezeichnetes Weltbild noch komplexer gemacht haben dürfte. Wie Sex, Drogen, Alkohol, Gewalt, HipHop und Shaolin zusammenpassen, kann sich wohl nur RZA erklären. Er ist anders als viele Amerikaner, am Ende des Tellerrandes hören die USA nicht auf für ihn. Er glaubt an die völkerverbindende Kraft des HipHop. "Die Welt vereint sich unter einem Schirm, alle Stile, denn da ist nur ein HipHop, ein Gedanke...", sagt Robert Diggs im Intro-Magazin zu seinem neuen Album The World According To RZA. Es war schon lange vor dem eigenbtlichen Erscheinen angekündigt und wird nun mit großer Verspätung veröffentlicht. Was ihm aber nicht wirklich anzumerken ist, denn die Arbeiten in verschiedenen europäischen Ländern (Italien, Frankreich, Deutschland, Schweden, England, Norwegen) begannen noch früher.
RZA schafft es dabei, einer sich stetig verbessernden, europäischen HipHop-Szene seinen Stempel aufzudrücken. Insbesondere in Schweden und Frankreich steigt die Qualität, die Stagnation in Deutschland ist hoffentlich nur ein temporärer Hänger. Zu den Sounds von RZA rappen die Saian Supa Crew oder Blade. Die Beiträge aus Deutschland liefern unter anderem Kool Savas oder Afrob, insbesondere Curse hinterlässt einen ganzen starken Eindruck. 90 Prozent von The World According To RZA bieten guten Rap, allein Xavier Naidoo rührt zweimal tief im R&B. Wer es mag..., aber der Star ist der Chef, der hier ein bisschen mehr an seiner Legende gestrickt hat. --Sven Niechziol