Nach 5 nahezu makellosen Studio Alben, einer historischen Live DoLp, einem durchaus gelungenen Soundtrack und einem umstrittenen und kommerziell desatrösen Experiment (Hot Space), wollte die Königin wieder beweisen warum Sie auf dem Thron saß.
Viel hatte sich geändert seit dem letzten ,klassischen' Studioalbum 4 Jahre zuvor. Der klasische Albumrock war so gut wie tot, und wave-pop lag auch bereits wieder im Sterben, aber da Queen ja sowieso schon immer ihr eigenes Süppchen gekocht hatten, konnte man doch wieder mit einer gewissen Bedenkenlosigkeit ans Werk gehen.
Seit ,Hot Space' waren Synthisizer nun ein nicht unrelevanter Faktor im Klangbild von Queen, und positiv anzumerken ist an ,The Works', dass dieser Anteil hier wieder geringer wurde. Doch trotzdem (oder wahrscheinlich genau deswegen) wurden die beiden größten Hits von ,The Works' (,Radio Ga Ga' und ,I Want To Break Free') nicht unmaßgeblich unter Verwendung von synthie sounds umgesetzt. Die dazugehörigen Video clips waren wohl auch nicht unschuldig daran, dass diese Lieder große Hits wurden.
Es sind gute songs, ohne Frage, und Sie funktionierten genauso wie Sie produziert waren blendend, dennoch wirken beide heute soundmäßig ein wenig antiquiert. Der Rest dieses Albums klingt (bis auf das allzu schnulzige ,Is This The World We Created?') eigentlich besser.
Da wäre zum Beispiel der May Rocker ,Tear It Up', der viele alte Queen Fans vielleicht wieder versöhnt hat, oder das operettenhafte ,It's A Hard Life' mit seinem Bajazzo Zitat zu Beginn. ,Man On The Prowl' ist dann klassischer Rock'n'Roll Marke ,Crazy Little Thing', sehr charmant. ,Machines' hat zwar auch wieder synthetische Tupfer, was aber nicht weiter stören würde, nur schwächelt hier die Komposition ein wenig.
Mit ,Hammer To Fall' haben Sie dann wieder einen genialen Riff Rocker am Start, die konnten Sie immer noch hervorragend. Klassischer guter Rock. Ja und auch das leicht poppige ,Keep Passing The Open Windows' weiss zu überzeugen und passt zu Queen wie die Faust auf's Auge.
Insgesamt geht sich das Album dann auch aus, allerdings erreicht es - vor allem wegen einiger klanglicher Ausrutsche' - nicht mehr ganz die Qualität von bspw. ,The Game', aber es war durchaus ein Beweis dafür, dass man der Regentin noch einiges zutrauen durfte.
4 Sterne für ein gutes, aber durchaus makelbehaftetes Queen Album (viele andere Bands wären damals freilich froh gewesen so eine Platte zu Stande zu bringen...).