Aus der Amazon.de-Redaktion
Sobald eine Serie neues Territorium betreten hat, stellt sich die Frage, wo es danach hin geht.
L Word von Showtime, in dem es um die Beziehungen inerhalb einer Gruppe Lesbierinnen in Los Angeles geht, hat durch die schlauen und witzigen Geschichten und die realistischen Charaktere viele Herzen gewonnen. Staffel zwei bietet noch mehr davon, dazu einige Gastauftritte und Experimente in Sachen Erzählstil und Musik. In dieser Staffel stellt sich Jenny endgültig ihrer Sexualität: ihr Exmann/Zimmergenosse (Eric Mabius) geht, und der voyeuristische Dokumentarfilmemacher Mark (Eric Lively) und die Frauenaufreißerin Shane (Katherine Moenning) ziehen ein. Shane und Jenny streiten sich auf freundschaftliche Art um die Gunst der Neuen in der Serie: Carmen (Sarah Shahi), die handlungsmäßig nicht viel beizutragen hat außer, dass sie hin und wieder Platten auflegt und als eine Ecke einer Dreiecksbeziehung dient. Bette (Jennifer Beals) und Tina (Laurel Holloman) haben ihre Beziehung zu Beginn der Staffel aufgrund Bettes Untreue erstmal auf Eis gelegt. Die Einführung der eindeutig bösen Helena Peabody (Rachel Shelley) treibt Bette und Tina noch mehr auseinander und bringt Bettes Karriere als Kuratorin in Gefahr. In der Zwischenzeit wird aus den besten Freundinnen Dana (Erin Daniels) und Alice (Leisha Hailey) etwas mehr als beste Freundinnen, was einige der berührendsten Momente der Staffel liefert. Kit (Pam Grier) übernimmt "The Planet", das offensichtliche Zentrum des lesbisches Universums in L.A., und verwandelt den Laden in einen Nachtklub, in dem passenderweise Bands mit Gaststars auftreten können. Höhepunkte der Staffel sind unter anderem der Umgang von Bette und Kit mit dem Tod ihres Vaters (der hervorragende Ossie Davis) und Shanes neuer Job als Assistentin eines hochrangigen Hollywood-Produzenten (der ebenfalls herausragende Camryn Manheim). Weniger toll sind die ablenkenden neo-expressionistischen Passagen, die Einblicke in Jennys kreatives Denken ermöglichen sollen sowie die endlose Verwendung des Titelsongs der Serie in verschiedenen Stilen interpretiert bis hin zur absoluten Abstumpfung. Marks Voyeurismus, der einige Grenzen überschreitet, als er im Haus versteckte Kameras einrichtet, fordert jene Männer heraus, die die Serie nur aufzeichnen, um dann zu den Sexszenen zu spulen. Dieser Handlungsstrang wirkt aber schon bald weit hergeholt, als Mark der Verfolgung durch das Gesetz irgendwie entgeht und stattdessen das grausame Schicksal erleiden muss, dass Jenny seine Einladung zu Kaffee und Kuchen ausschlägt. Trotz der kleinen Schwächen ist
L Word eine Serie, die man beglückwünschen muss nicht aus politischen Gründen, sondern für die gekonnte Art und Weise, wie komplexe menschliche Verstrickungen feinfühlig behandelt werden.
--Ryan Boudinot
Produktbeschreibung
In
The L-Word folgen wir einer Gruppe moderner Frauen in West Hollywood. Die erste TV-Serie mit einem dezidiert lesbisch, bisexuellen Blick auf das Leben zwischen Sex, Beziehung und Wohlstand.
The L-Word läuft seit 2004 auf dem US-amerikanischen Sender Showtime der in den letzten Jahren etliche hochinteressante Fernsehserien und TV-Movies produzierte. In The L-Word dreht sich alles um eine Gruppe junger bis nicht mehr ganz so junger, zum allergrößten Teil lesbischer Frauen, die ihr selbstbestimmtes Leben in West Hollywood führen. Die Serie hat starke Züge einer Soap Opera, insofern, als dass die Beziehungen untereinander im Mittelpunkt stehen, ist jedoch künstlerisch meilenweit davon entfernt. Es ist das erste Mal, dass in einer Fernsehserie beinahe ausschließlich die Sichtweise lesbischer, bzw. bisexueller Frauen dominiert. Bei allen möglicherweise vorhandenen Klischees und dem vielleicht nicht ganz so spannendem Milieu ist The L-Word ein erfrischend progressives Format am Puls der Zeit.
In der ersten Staffel wird viel Zeit darauf verwendet den Cast vorzustellen. Die Darstellerinnen sind durch die Bank atemberaubende Frauen in High Heels und mit einem gesunden sexuellen Appetit. Da gibt es das von allen beneidete Lesbenpärchen Bette Porter (Jennifer Beals) und Tina Kennard (Laurel Holloman), die gerade in L.A. angekommene Jungschriftstellerin Jenny Schecter (Mia Kirshner), die bisexuelle Journalistin Alice Pieszecki (Leisha Hailey) oder die promiskuitive Haarstylistin Shane McCutcheon (Katherine Moennig). Dazu kommt mit Kate Porter (Pam Grier) die einzige heterosexuelle Frau im Mix und eine ganze Reihe Nebenfiguren, die mal mehr, mal weniger stark im Mittelpunkt stehen. Aus dieserm Kliquenkosmos heraus werden dann nicht nur beziehungstechnische Dauerbrenner durchgearbeitet, sondern eben auch Themen angepackt, die gerade für nonkonforme, moderne Lebensentwürfe zu spannenden Fragen führen. Wie verhält es sich etwa mit dem Kinderwunsch, mit der Mutterrolle, mit den "Facts of Life" innerhalb sich verändernder Beziehungskonstrukte. Das betrifft ab einem bestimmten Alter sicherlich viele, unabhängig von sexueller Ausrichtung, Geschlecht oder materiellem Wohlstand. In The L-Word wird das aber auch mal für eine Minderheit durchkonjugiert, die auf den zweiten Blick in vielerlei Hinsicht sogar stellvertretend für viele ganz unterschiedliche Konzepte stehen kann.
Zielgruppe sind ganz sicher eher Frauen oder aufgeklärte metrosexuelle Großstädter. Die Perspektive ist eindeutig eine weibliche, die Autorinnen sind Frauen, die Produzentinnen auch, die Darstellerinnen sowieso. Gerade die unaufgeregte Erzählweise und das unverkrampfte Verhältnis zum Sujet öffnet den Raum jedoch auch für Interessierte die sich normalerweise in ihrem Alltag weit weg von den Chicks in West Hollywood empfinden. Oft ist im Zusammenhang mit The L-Word dann die Rede von "Sex and the City", nur ohne Männer. Das scheint ein bisschen zu kurz gegriffen. Ganz bestimmt bietet The L-Word tolle Fernsehunterhaltung und leistet so ganz nebenbei bei aller ständig postulierter Liberalität auch Aufklärungsarbeit. Unumwunden zu empfehlen.Thomas Reuthebuch
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Nach ihrem Univeritätsabschluss zieht Jenny Schecter zu ihrem Freund Tim nach Los Angeles. Auf einer Party ihrer Nachbarn, einem lesbischen Paar, eröffnet sich für sie eine neue Welt. Plötzlich muss sie sich mit eigenen Sexualität auseinandersetzen, denn sie fühlt sich zu ihrer neuen Bekanntschaft Marina hingezogen.
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Gleichgeschlechtliche Themen werden vor allem im amerikanischen Kabelfernsehen salonfähig. Der Sender Showtime, der schon "Queer As Folk" aus der Taufe hob, konnte das an "Sex and the City" angelehnte Konzept über einen lesbischen Freundeskreis erfolgreich etablieren. Als Gaststars konnten unter anderem Anna Archer, Kelly Lynch und Rosanna Arquette gewonnen werden.
Stern
Das haben wir gern. Die erste Staffel der Lesbenserie "The L-Word" nicht einschalten, aber die zweite auf DVD kaufen! Die Quote auf Pro Sieben dümpelt vor sich hin: anderthalb bis zwei Millionen am Dienstagabend (dem zynischen Arzt "Dr. House" auf RTL sehen zur selben Zeit doppelt so viele Menschen zu!). Guckt die Nation lieber heimlich DVD auf dem Büro-Powerbook - damit der/die Lebenspartner/in nicht mitkriegt, dass man/frau gern zusieht, wenn lecker nackige Mädels im Pool es einander besorgen? Schämt sich der Mann dafür vor seiner Frau und die sich vor ihm? Mal ganz ehrlich: "Sex and the City" und die "Desperate Housewives" waren auch nicht ambitionierter. Nur halt hetero. Zuschauer aller Bundesländer, steht zu euren Neigungen! Zeigt Mut!
-- Alexander Kühn
Blickpunkt: Film
L.A. eröffnet für Jenny eine neue Welt, vor allem bezüglich ihrer eigenen Sexualität. In den USA erfolgreiche Serie um einen Kreis lesbischer Freundinnen, im deutschen TV nach der 1. Staffel vorerst ausgesetzt.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
"Sex and the City"-Variante in der lesbischen Community von Los Angeles.