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L Word konzentrierte sich primär auf das Paar Bette (Jennifer Beals) und Tina (Laurel Holloman), einem Duo, das sich früher voll auf seine Karriere konzentriert hatte und nun ein Baby haben möchte. Künstliche Besamung und die sich verändernde Dynamik innerhalb ihrer Beziehung wirft ihr bislang glückliches Leben aus der Bahn. Außerdem sind da noch die draufgängerische Journalistin Alice (Leisha Hailey), die verführerische Friseurin Shane (Katherine Moenning), die Kleiderschrank-Lesbe und professionelle Tennisspielerin Dana (Erin Daniels) und die Besitzerin einer Espresso-Bar Marina (Karina Lombard), die in dem am meisten polarisierenden Handlungsstrang der Serie die scheinbar heterosexuelle Jenny (Mia Kirschner) ins Bett kriegte und deren Hetero-Welt erschütterte. Jennys Auseinandersetzung mit der Frage "Bin ich hetero oder nicht?" frustrierte sowohl ihren Verlobten (Eric Mabius) als auch viele Zuschauer in den U.S.A., die abwechselnd irritiert und fasziniert von ihrer mangelnden Entscheidungsfindung in die eine oder andere Richtung waren. Aber Jennys Schwächen waren auch die Stärken von L Word: da die Serie die verschiedensten Themen aus diversen Blickwinkeln beleuchtete sowohl in häuslicher als auch politischer Hinsicht gab es für keine der Seiten einfache Antworten, was die Serie noch faszinierender und somit spannender für die Zuschauer machte. --Mark Englehart
The L-Word läuft seit 2004 auf dem US-amerikanischen Sender Showtime der in den letzten Jahren etliche hochinteressante Fernsehserien und TV-Movies produzierte. In The L-Word dreht sich alles um eine Gruppe junger bis nicht mehr ganz so junger, zum allergrößten Teil lesbischer Frauen, die ihr selbstbestimmtes Leben in West Hollywood führen. Die Serie hat starke Züge einer Soap Opera, insofern, als dass die Beziehungen untereinander im Mittelpunkt stehen, ist jedoch künstlerisch meilenweit davon entfernt. Es ist das erste Mal, dass in einer Fernsehserie beinahe ausschließlich die Sichtweise lesbischer, bzw. bisexueller Frauen dominiert. Bei allen möglicherweise vorhandenen Klischees und dem vielleicht nicht ganz so spannendem Milieu ist The L-Word ein erfrischend progressives Format am Puls der Zeit.
In der ersten Staffel wird viel Zeit darauf verwendet den Cast vorzustellen. Die Darstellerinnen sind durch die Bank atemberaubende Frauen in High Heels und mit einem gesunden sexuellen Appetit. Da gibt es das von allen beneidete Lesbenpärchen Bette Porter (Jennifer Beals) und Tina Kennard (Laurel Holloman), die gerade in L.A. angekommene Jungschriftstellerin Jenny Schecter (Mia Kirshner), die bisexuelle Journalistin Alice Pieszecki (Leisha Hailey) oder die promiskuitive Haarstylistin Shane McCutcheon (Katherine Moennig). Dazu kommt mit Kate Porter (Pam Grier) die einzige heterosexuelle Frau im Mix und eine ganze Reihe Nebenfiguren, die mal mehr, mal weniger stark im Mittelpunkt stehen. Aus dieserm Kliquenkosmos heraus werden dann nicht nur beziehungstechnische Dauerbrenner durchgearbeitet, sondern eben auch Themen angepackt, die gerade für nonkonforme, moderne Lebensentwürfe zu spannenden Fragen führen. Wie verhält es sich etwa mit dem Kinderwunsch, mit der Mutterrolle, mit den "Facts of Life" innerhalb sich verändernder Beziehungskonstrukte. Das betrifft ab einem bestimmten Alter sicherlich viele, unabhängig von sexueller Ausrichtung, Geschlecht oder materiellem Wohlstand. In The L-Word wird das aber auch mal für eine Minderheit durchkonjugiert, die auf den zweiten Blick in vielerlei Hinsicht sogar stellvertretend für viele ganz unterschiedliche Konzepte stehen kann.
Zielgruppe sind ganz sicher eher Frauen oder aufgeklärte metrosexuelle Großstädter. Die Perspektive ist eindeutig eine weibliche, die Autorinnen sind Frauen, die Produzentinnen auch, die Darstellerinnen sowieso. Gerade die unaufgeregte Erzählweise und das unverkrampfte Verhältnis zum Sujet öffnet den Raum jedoch auch für Interessierte die sich normalerweise in ihrem Alltag weit weg von den Chicks in West Hollywood empfinden. Oft ist im Zusammenhang mit The L-Word dann die Rede von "Sex and the City", nur ohne Männer. Das scheint ein bisschen zu kurz gegriffen. Ganz bestimmt bietet The L-Word tolle Fernsehunterhaltung und leistet so ganz nebenbei bei aller ständig postulierter Liberalität auch Aufklärungsarbeit. Unumwunden zu empfehlen.Thomas Reuthebuch
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das Paar Bette (Jennifer Beals als Museumskuratorin) und Tina (Laurel Holloman), deren primäres Ziel darin besteht, eine Familie zu gründen und dazu ein Kind zu bekommen (Bette und Tina sind gleichzeitig die Schlüsselfiguren der Serie); die zunächst heterosexuelle Jenny (Mia Kirshner als Schriftstellerin), die zu ihrem Freund Tim (Eric Mabius, Schwimmlehrer) nach L.A. zieht und dort von der Barbesitzerin Marina (Karina Lombard) verführt wird und die sich seit diesem Erlebnis ihrer eigenen sexuellen Orientierungslosigkeit bewusst wird und fortan zwischen Tim und der neuen Welt, die ihr Marina eröffnet hat, schwankt und immer wieder mit sich selbst hadert; die zunächst sich selbst für ihre sexuelle Orientierung hassende Tennisspielerin Dana (Erin Daniels), die lernt, zu ihrem Lesbischsein zu stehen, indem sie sich vor ihrer Familie und der Öffentlichkeit outet; die bisexuelle Reporterin und Journalistin Alice (Leisha Hailey), die kein Geheimnis für sich behalten kann und Dreh-, Tratsch- und Angelpunkt der Frauen-Clique ist; und last but not least die Friseurin Shane (Katherine Moennig), die mit ihrer Art & Ausstrahlung alle Frauenherzen der Umgebung höher schlagen lässt und von einem One-Night-Stand zum nächsten tingelt aus Angst vor einer richtigen Beziehung, obwohl sie sie sich insgeheim wünscht.
"Different" ist auch die Art der filmischen Gestaltung und Umsetzung, die sich eher am europäischen Kino orientiert und weniger an seifenoperähnlichen Serien oder amerikanischen Glanz & Glamour-Filmen, die versuchen ein schlechtes Drehbuch durch tolles Ambiente auszubügeln. Nein, in "The L Word" bekommt man fantastisches Kino geboten, was die schauspielerischen Leistungen angeht, die überzeugenden und intelligenten Drehbücher, die wunderbaren Dialoge und die Emotionen, die durch die Darsteller erzeugt werden.
Auch, wenn die Schauspieler nicht wirklich den alltäglichen Lesben rein äußerlich gleichen (Ilene Chaiken, die Schöpferin und Produzentin von TLW, hat zugegeben, dass dies notwendig war, um die Serie auch verkaufen zu können), ist dies jedoch nichts Verwerfliches, weil die Serie nicht vordergründig auf die äußerlichen Werte abzielt (hier werden keine Superreichen dargestellt - die Relationen zwischen den Berufen, die die Charaktere ausüben und ihren Besitztümern sind relativ real umgesetzt), sondern sich mehr um die Probleme ihrer Serien-Charaktere kümmert und wie sie damit umgehen. So zeigt "The L Word" relativ reale Charaktere, reale Probleme, mit denen sich viele Menschen identifizieren können, auch wenn sie nicht homosexuell sind, denn man muss nicht homosexuell sein, um diese ausgezeichnete und wunderbare Serie zu mögen.
Noch ein Wort zu Jennifer Beals, die in dieser Serie die wohl bekannteste Schauspielerin ist (neben der wunderbaren Pam Grier, die als Kit die Halbschwester von Jennifer Beals spielt). Sie hat als Bette Porter den Part des Kontrollfreaks übernommen und spielt diesen sehr komplexen Charakter wunderbar in ihrer ganzen Vielfalt. Es ist toll, dass es endlich eine Rolle für sie gibt, in der sie ihr schauspielerisches Talent so voll zur Geltung bringen kann und, in der sie die Probleme von Menschen gemischtrassischer Abstammung thematisieren kann, die auch Teil ihres eigenen Lebens sind (ihr Charakter Bette Porter ist wie sie im wirklichen Leben afroamerikanischer Abstammung). Die Themen und Probleme der Serie gehen demzufolge über die Thematik der Homosexualität und ihrer Sichtbarkeit in der Gesellschaft hinaus und da dies zum ersten Mal in unserer Menschheitsgeschichte ein Sender öffentlich macht und medial thematisiert, ist dies mehr als historisch einzigartig und von weitreichenderer Bedeutung.
Es lässt sich bereits jetzt sagen, dass diese Serie aufgrund ihrer gesellschaftlich-problematischen Thematiken (Homosexualität, Toleranz & Akzeptanz, Probleme gemischtrassischer Menschen, etc.) und ihrer Umsetzung als ein wichtiger, bedeutender und bahnbrechender Meilenstein in die Medien- und Fernsehgeschichte eingehen wird.
Wunderbar ist auch der Kommentar von Jennifer Beals und Ilene Chaiken zum Pilotfilm (Folge 1 & 2), in dem sie beide zum Teil sehr persönlich über die Dreharbeiten, die Begleitumstände und die Entstehung der Sex-Szenen sprechen, die von den Schauspielern sehr überzeugend und mit Hingabe gespielt wurden.
Übrigens kann ich jedem empfehlen, die Serie im englischen Originalton anzusehen (mit dt. UT), da die Dramatik und die Emotionen der Schauspieler viel besser zur Geltung kommen (die Stimme von Jennifer Beals ist schon ein Hörgenuss für sich).
Dass diese Serie so lange auf einen Ausstrahlungstermin in Deutschland warten muss, während sie rund um den Globus bereits erfolgreich läuft (in einigen Ländern lief bereits die 2. Staffel im Fernsehen), ist unverständlich.
Fazit ist, dass diese Serie ohne Abstriche zu empfehlen ist, gleich welcher sexuellen Orientierung man ist, denn gegenüber den deutschen 0815-Studio-Serien mit schrecklichem Ton und ätzender Musik hat "The L Word" einiges mehr zu bieten. Ein großes Dankeschön an den US-Sender Showtime!
Rezension von Antje Thiel
Hinweis: Diese Rezension bezieht sich auf die UK-DVD.
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