1966 kehrten die Hammer Studios zum Psycho-Thriller zurück, mit dem sie ja schon anfang der 60er einige Erfolge feiern konnte ("Ein Toter spielt Klavier", "Maniac"). Die Geschichte einer englischen Lehrerin, die nach einem Nervenzusammenbruch, den sie in Anfrika erlitten hat, in ein britisches Dorf zurückkehrt und es dort scheinbar mit dämonischen Kräften zu tun bekommt, wird sehr ruhig und doch unterhaltsam erzählt.
Geadelt wird der Film natürlich dadurch, das es Hammer gelungen war, den Star Joan Fontaine für die Hauptrolle gewinnen zu können. Zudem entstand der Film nach einem Buch von Nigel Kneale, der ja schon die Storys zu den "Quatermass" Filmen ("Schock", "Feinde aus dem Nichts") entwickelt hatte. Regisseur Cyril Frankel schuf hier wohl sein bestes Werk, was aber auch nicht schwer ist für jemanden, der eigentlich nur Fernsehserien inszenierte und lediglich eine Handvoll Filme machte (sein letztes Werk war 1990 "Eine Frau namens Harry" mit Thomas Gottschalk - dagegen ist "The Witches" sowas wie "Citizen Kane"!!) Doch, zum Glück waren mit Ausnahme von Terence Fisher die Regisseure bei Hammer nie so wichtig, sie machten lediglich ihren Job, ohne viele Freiheiten.
Der Film kam in Deutschland nie ins Kino, wie einige andere Hammerfilme, die mitte der 60er entstanden und erlebte seine deutsche Uraufführung anfang der 90er im ZDF (deswegen klingt die deutsche Synchro ein wenig hölzern).
"The Witches" ist ein altmodischer Gruselfilm, selbst für seine Zeit, und erinnert trotz seiner Entstehung im Jahre '66 eher an Hammer's Filme der späten 50er oder frühen 60er Jahre. Er reicht nicht an die Vampir- oder Frankenstein-Filme des Studios heran, ist aber trotzden eine Empfehlung wert, besonders wegen der altmodisch englischen Atmosphäre, die fast ein wenig an die Miß Marple Filme oder ähnliches erinnert.