Das 10.000 Maniacs Album "The Wishing Chair" von 1985 ist ihr zweites volles Album und ihr erstes für das Major Label Elektra. Der Folk-Pop der Maniacs war noch in der Entwicklung, trotzdem ist hier eine gut funktionierende Band zu hören. Getragen wird die Musik von Natalie Merchants federnden Gesangslinien und dem metallisch klingenden, aber einfallsreichen Gitarrenspiel von Robert Buck. Mal abgesehen von der immer wieder durchklingenen Orgel, sind die Beiträge der restlichen Musiker zwar präzise, fallen dagegen aber nicht so auf. Das Hauptaugenmerk liegt auf Merchant's Erzählsträngen und sie zieht alle Register, sie fordert, bittet und sie ist streng, je nachdem was sie uns zu sagen hat und das ist eine Menge. Und um ihre Stimme herum legt Buck seine Figuren aus. Schön zu hören bei "Everyone a Puzzle Lover" oder bei "Cotton Alley", aber auch überall sonst. Ganz stark ist "My Mother the War".
Die CD enthält mit "The Colonial Wing" und "Daktari" noch zusätzlich zwei Singletitel.
Es ist interessant eine Band am Beginn ihrer Karriere zu hören, wie sie noch ein wenig an ihrem Sound feilt und schon begeistern kann. Ihr Aushängeschild ist aber die unvergleichliche Natalie Merchant.