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The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import]
 
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The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import]

Dominic West , David Simon    Freigegeben ab 18 Jahren   DVD
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 99,00
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The Wire: Complete HBO Season 1-2-3-4-5 [EU-Import] + Die Sopranos - Die ultimative Mafiabox (exklusiv bei Amazon.de) [28 DVDs]
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Produktinformation

  • Darsteller: Dominic West
  • Regisseur(e): David Simon
  • Format: Box-Set
  • Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Englisch, Französisch
  • Region: Region 2
  • Anzahl Disks: 24
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Spieldauer: 3499 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002Y4MSRI
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 6.107 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Die komplette Kollektion (Staffeln 1 bis 5). Sprache: Englisch. Untertitel: Englisch.


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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Qualitativ hochwertiges Fernsehen ist man ja vom amerikanischen Bezahlsender HBO gewohnt. "The Wire" nimmt selbst hier noch eine Sonderstellung ein. Diese Serie als Krimiserie zu bezeichnen ist zu kurz gegriffen, sie befasst sich mit der Kehrseite des Amerikanischen Traums und liefert eine Menge Fragen ohne klare Antworten zu geben.
Das gängige Krimiformat, bei dem pro Folge ein bis zwei Fälle gelöst werden, wird hier auf den Kopf gestellt. Hier dauern die Fälle ganze Staffeln oder länger. Ganz nebenbei ist die Serie ein Portrait der Stadt Baltimore.

Handelt die erste Staffel noch hauptsächlich von dem Versuch eine Gruppe von Drogendealern zu zerschlagen, geht es in der zweiten Staffel um den Hafen und zeigt einen Wirtschaftszweig im Niedergang, Gewerkschaften die mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen und einzelne Mitglieder die dabei in die Kriminalität abrutschen. Die dritte Staffel nimmt die Stadtpolitik mit an Bord und zeigt die Konsequenzen einer Legalisierung von Drogen. Die vierte Staffel beschreibt den Zustand an Schulen in sozialen Brennpunkten sowie einen schmutzigen Wahlkampf ums Amt des Bürgermeisters. Die letzte Staffel betrachtet die Rolle der Presse im all diesem.
Das das Ganze nicht in eine dröge soziologische Studie abdriftet, verdankt die Serie einem Darstellerensemble, das den Figuren Leben einhaucht und den brillanten Dialogen mit schauspielerischen Können Nachdruck verleiht.

Da die DVDs keine deutschen Untertitel aufweisen, sind gute Englischkenntnisse von Nöten und selbst mit diesen ist der Code der Straße nicht immer einfach zu verstehen.

Während die ersten zwei Staffeln bis auf vereinzelte Audiokommentare keine Extras aufweisen, sind bei den anderen interessante Featurettes dabei, in denen die Macher der Serie ausführlich zu Wort kommen.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Mikrokosmos Baltimore 25. Februar 2011
Von Gerhard Mersmann TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert versuchten zwei Bewohner der damaligen Weltmetropole Paris, die Komplexität der dortigen Gesellschaft in großen, viele Bände umfasenden Romanzyklen zu erfassen. Der erste war Honoré de Balzac mit seiner fast 40 Bände umfassenden Comedie Humaine, der zweite war Emile Zola mit dem 20 Bände zählenden Werk Rougon Marquard. Beide drangen mit einzelnen Romanen in verschiedene gesellschaftliche Subsysteme vor und die handelnden Personen tauchten immer wieder an anderen und neuen Schnittstellen auf.
Die beiden großen schriftstellerischen Auftaktprojekte der metropolitanen Moderne sollten die einzigen bleiben, die es mit diesem Ansatz versuchten. Zu groß war wohl die Last der Produktion für ein isoliert schreibendes Individuum.

The Wire aus dem Hause HBO hat am Beispiel des heutigen Baltimores das Konzept wieder aufgegriffen und den Versuch durchgeführt, die gesellschaftliche Komplexität einer ehemaligen maritimen Metropole, deren Abstieg bereits Vergangenheit ist, zu erfassen. In den Staffeln 1 bis 5 werden verschiedene Subsystem der urbanen Gesellschaft durchleuchtet, es beginnt mit einem Drogenkartell, geht über die Gewerkschaft zurück zu einer generellen Überlegung der Funktionsweise von Imperien, betrachtet dann die Schulen, um in der letzten Folge bei der Presse zu landen. Den Roten Faden bilden eine Handvoll Polizisten, die gegen die Auswirkungen der Kriminalität ermitteln und in der Wahl ihrer Mittel erfinderisch und skrupellos sind, weil ihnen der legale Rahmen keinen Erfolg ermöglicht. Eskortiert wird ihre Geschichte von korrupten Politikern, die ihre Wahlkämpfe von Drogenbossen bezahlen lassen und einer Justiz, die zwischen Auftrag und politischer Opportunität ins Wanken geraten ist.

Kriminalität als Folge von Arbeitslosigkeit, Armut, Perspektivlosigkeit und miserabler Bildung führt letztendlich dazu, dass die systematische Zerstörung der nachwachsenden Generationen durch Drogenkonsum und Drogenhandel zur einzigen volkswirtschaftlich relevanten Geldquelle einer maroden Stadtgesellschaft wird. So unsäglich die kriminelle Verrohung auch immer wieder erscheinen mag, irgendwie wird man bei der Betrachtung der einzelnen Folgen nie das Gefühl los, einem Schauspiel beizuwohnen, das so fern gar nicht liegen muss. Die Quintessenz mag sein, dass die mögliche politische Steuerung einer wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung den kritischen Punkt verschlafen kann, nach dem keine sinnvolle Intervention mehr möglich ist.

Das dramaturgisch ausgewählte Ensemble der Figuren ist nahezu genial, vom versoffenen, manischen irischen Police Officer McNulty über den schwarzen Politdemagogen Davies, den afroamerikanischen Cowboyverschnitt Omar Little, Stringer Bell, den CEO eines Drogenkartells, den es zum Bildungsbürgertum treibt, den jüdischen Anwalt, der die Kartelle abzockt, die Polizistin Kima, die mit ihrer gleichgeschlechtlichen Familie schlingert, Bubbles, der den eigenen, aussichtslosen Kampf gegen die Drogen zu gewinnen scheint, Proposition Joe, den fetten Boss der East Side, der wie viele mit einem Kopfschuss dahin sinkt, die vielen zähen Afroamerikanerinnen, die ihren Weg machen und ihren männlichen Pendants wie ein schlechtes Gewissen die Sicht am Horizont verderben und und und. Großes Kino, mit der Dimension eines vielbändigen Romans.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Avariel
Wie erklärt man, was The Wire ist? Vielleicht am besten darüber, was es nicht ist - nämlich eine Krimiserie im klassischen Tatortstil, in der die Freunde und Helfer von der Polizei in schöner Regelmäßigkeit den bösen Buben das verbrecherische Handwerk legen und damit zugleich dem Guten zum Sieg über das Böse verhelfen und die soziale Ordnung, die einzelne Individuen kurzzeitig durchbrachen, zum Wohle aller wieder herstellen. Zwar kreist auch The Wire um einen Konflikt zwischen der Polizei und Verbrechern im Drogenmilieu, aber die restlichen Merkmale der genrekonventionellen Krimiserie spielen keine Rolle, es sei denn als die Asche, aus der der Phönix zu Höherem empor strebt.

Wenn aber The Wire keine Krimiserie ist, was ist es dann? Kurz und knapp lautet die Antwort: Ein episches Sozialdrama, das anmutet, als habe jemand einen guten Roman Szene für Szene verfilmen dürfen, anstatt die Handlung in kinotaugliche zwei bis drei Stunden quetschen zu müssen. Ort der Handlung ist zuallermeist die im Verfall begriffene amerikanische Großstadt Baltimore, wo ganze Stadtviertel in der Hand krimineller Banden sind - wobei der Gedanke, ob man die Staatsmacht nicht dazu zählen sollte, im Verlauf der Serie Stück für Stück seine anfängliche Absurdität verliert. Die fünf Staffeln legen den Schwerpunkt jeweils auf einen anderen Aspekt der Stadt und ihrer Institutionen, namentlich in der ersten Staffel einen sozialen Brennpunkt, in dem das Leben ganz von den Aktivitäten einer Dealer- und Mörderbande geprägt ist, anschließend der zunehmend prekären Lage der traditionellen Arbeiterschicht. In den beiden letzten Staffeln widmet sich die Serie der "doppelten Vergesellschaftung" ganzer Generationen von Menschen als Schüler und Nachwuchs-Kriminelle sowie abschließend den Beziehungen zwischen Politik, Polizei, Medien und Gangstern in einer Situation, in der ein allgemeine Sparzwang nur vor letzteren halt zu machen scheint. Ein sozialer Brennpunkt ganz eigener Art steht dazwischen in der dritten Staffel im Mittelpunkt, mehr kann an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden, ohne einen zentralen Wendepunkt im Plot vorwegzunehmen.

Durch alle Staffeln hinweg ist The Wire eine zutiefst sozialkritische Serie, die jedoch nie in einen schwarz-weiß-malerischen, moralisierenden Law-and-Order-Diskurs verfällt, sondern im Tonfall nicht der moralischen Entrüstung, sondern des interessierten Sozialforschers und Psychologen fragt, wie es nur so weit kommen konnte, und wieso es immer wieder dazu kommt: Dazu, dass die Polizei keinesfalls mehr in erster Linie daran interessiert ist, jeden Fall aufzuklären; dazu, dass Menschen, die den Willen und die Fähigkeiten mitbringen, die man braucht, um dem Dunstkreis von Drogen und Verbrechen zu entkommen, dies dennoch so selten schaffen; dazu, dass auf beiden Seiten des Gesetzes eine perverse Evolution nach dem Muster "survival of the worst" stattfindet, die integre und wohlmeinende Personen auf der Strecke zurück lässt - schließlich aber auch dazu, dass es in einer derart schlechten Welt trotz allem bisweilen Platz für Liebe, Vergebung, Hoffnung und Wenden zum Besseren geben kann.

Damit zeigt sich auch, dass es in The Wire um weit mehr geht als um das, was vordergründig auf dem Bildschirm zu sehen ist. Letztendlich dringt The Wire zu den großen Fragen der Sozialphilosophie und -forschung vor: Wieso gestaltet sich unser gesellschaftliches Zusammenleben gerade so und nicht anders? Und wie kann eigentlich eine Gesellschaft bestehen, anstatt in völlige Anarchie auseinander zu fallen, wenn das Leben viel mehr vom hobbesschen Krieg aller gegen alle hat als von Adam Smiths Idee, dass es allen gut geht, wenn nur jeder seine eigenen Interessen verfolgt? Was hält unsere Gesellschaft zusammen, wenn der Arm des Gesetzes langsam vor sich hin fault, und wenn ein allgemeiner Wertekonsens höchstens darin besteht, dass man Menschen selbstredend als bloße Mittel zu anderen, nämlich den eigenen, Zwecken benutzen darf? Und zuletzt: Wem nützt all das Elend und Leid, das mit dem Status quo verbunden ist, und lässt sich etwas an der Lage ändern? Seien Sie versichert: Simple Antworten auf komplexe Fragen wird Ihnen diese Serie nicht geben, sie beschränkt sich darauf, die Welt zu zeigen, die all diese Fragen aufwirft. Und das ist auch gut so.

Nach den beiden vorigen Absätzen sollte klar sein, dass The Wire keine Serie zum Sich Wohlfühlen, Nebenbei Schauen oder zum Abschalten nach einem harten Arbeitstag ist. Sie verlangt vom Zuschauer einiges - die Bereitschaft, sich in eine Welt führen zu lassen, die alles andere als heil ist, ist darunter ebenso wie die Fähigkeit, den Überblick über ein gutes Dutzend dynamische, facettenreiche Hauptcharaktere und unzählige Nebenpersonen zu behalten, und schließlich die Bereitschaft, am Ball zu bleiben, obwohl klassische Spannungsbögen meist ebenso fehlen wie klare Protagonisten, mit denen man sich vorbehaltlos identifizieren mag, oder Antagonisten, an denen man nichts Gutes findet.

Wer also nach leichter, wohlschmeckender, en passant genießbarer Kost sucht, der suche anderswo weiter. Wer aber bereit ist, sich auf The Wire einzulassen, wird belohnt mit einer (zumindest in der Originalsprache) atmosphärisch extrem dichten, intellektuell fordernden wie auch anregenden, bei aller Komplexität nie wirren oder sich in Details verlierenden Serie, die ganz ohne Schwarz-Weiß-Malerei und reißerische Bilder von Grausamkeiten auskommt, dabei aber auch nichts beschönigt, und in der wohl jeder Zuschauer zwischen all den Charakteren ein, zwei Sympathieträger finden wird, die ihm - ganz wie echte Menschen - ans Herz wachsen, obwohl (oder weil) sie so unvollkommen sind. Kann man noch mehr verlangen? Ich glaube nicht.

Daher lautet mein Fazit: Bei manchen Filmen wünscht man sich nach einer Stunde, dass es vorbei sein möge. Nach 60 Stunden The Wire - so lange dauern die fünf Staffeln zusammen ungefähr - fand ich es schade, dass keine sechste Staffel existiert. Aber ein Wiedersehen irgendwann in der Zukunft wird es geben, denn ich bin gespannt, was die Serie noch an Entdeckungen für denjenigen bereithält, der als Kenner des Plots die Landschaft am Straßenrand betrachten kann, ohne auf den Verkehr achten zu müssen. Dass da nur Ödnis ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Nicht bei diesem Meisterwerk.
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