9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
ein klassiker, 18. Januar 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: The Wicker Man [UK Import] (DVD)
es gibt nicht allzu viele genre-filme, die sich um das thea des riteullen opfers drehen - die wenigen, die's gibt, nutzen das motiv für arg dumme oder blutrünstige szenen, nicht aber der "wicker man", den man sich, wenn man horrorfilme mag, NICHT entgehen lassen sollte! im deutschsprachigen raum nur wenig bekannt, ist der film einer der schönsten britischen filme der 70er jahre, zudem setzt er nicht auf billige effekte, sondern auf subtile spannung... und was uns "the sixth sense" oder "the village" usw. als eine erfindung des neueren us-kinos vorgaukeln wollen, nämlich eine wirklich völlig überraschende schlusspointe, die einen fast dazu zwingt, den film noch mal zu sehen - das gab's auch schon anno 1973. die DVD-ausstattung ist formidabel und garantiert einen oder zwei spannende abende vor der glotze...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Unbequemes Meisterwerk, 6. September 2009
Ich habe es schon hundertmal gesagt, und sage es noch einmal: Das Patentrezept für einen guten Horrorfilm besteht darin, die Bedrohung niemals zu zeigen und bis zum Schluss unerklärt zu lassen. Mag der Film noch so spannend weitergehen, sobald der Zuschauer das Monster, den maskierten Mörder oder den menschenfressenden Haifisch zum ersten Mal sieht, wird er doch ein klein wenig erleichterter sein, denn nun weiß er wenigstens, wovor die Figuren auf der Leinwand davonlaufen; kann sich im Kinosessel zurücklehnen und sich an dem Gedanken festhalten, dass er wenigstens nicht selbst in so einer Situation ist.
Bleibt das Grauen aber ungeklärt, gibt es auch keine Distanz zwischen Leinwand und Zuschauerraum. "Das einzige, wovor man Angst haben muss, ist die Angst vor der Angst", heisst das Sprichwort, und die wirklich großen und einflussreichen Horrorfilme der letzten Jahre (dazu zähle ich "Rosemaries Baby", "Bis das Blut gefriert", "Ring" oder "Blair Witch Project") haben genau auf diesen Urinstinkt gesetzt, als sie ihre Charaktere - und damit den Zuschauer - einer namen- und gesichtslosen Bedrohung aussetzten, die ihre Präsenz mit jeder Minute deutlicher machte, ohne dabei selbst greifbar zu werden. Der entscheidende Kniff dieser Filme ist, dass der Zuschauer niemals schlauer ist als die Drehbuchfiguren und damit ist er gezwungen, dieselben Ängste auszustehen. Und "The Wicker Man" dieser lang übersehene subtile Horrorthriller aus Großbritannien, ist ein weiteres würdiges Mitglied in dieser Galerie.
Nachdem ein junges Mädchen auf einer kleinen Insel vor der schottischen Küste vermisst gemeldet wird, erhält ein rangnniedriger Polizeibeamter den Auftrag, dort überzusetzen, und zu ermitteln. Doch von der Minute, in der er den Fuß in das zentrale Dorf gesetzt hat, merkt er, dass es auf dieser weltabgewandten Insel, die zu klein ist, um auf irgendeiner Karte verzeichnet zu sein, nicht mit rechten Dingen zugeht: Nicht nur sind sämtliche technischen Errungenschaften der letzten Jahrzehnte offenbar an der Insel vorbeigegangen, so dass immer noch ein Lebenskomfort wie in den 40er Jahren herrscht; sämtliche Dorfbewohner vom Kleinkind bis zum Greis scheinen sich gegen den Ermittler verschworen zu haben: Von dem verschwundenem Mädchen will niemand etwas wissen, alle reden nur immer wieder von dem "Wicker Man", dem Mann aus Korbgeflecht. Je intensiver der Polizist ermittelt, umso tiefer verstrickt er sich in dem Geflecht des seltsamen Dorfes und seiner Bewohner, die offensichtlich alle auf diesen Besucher aus der Außenwelt gewartet haben. Und als er endlich entdeckt, welches uralte Geheimnis sich hinter dem Wicker Man und dem verschwundenen Mädchen verbirgt, ist es bereits zu spät.
Man könnte noch mehr Anspielungen einstreuen, worauf die elementare Bedrohung in diesem Film letztendlich zurückgeht, aber ich möchte darauf verzichten. Schlussendlich ist dies auch gar nicht notwendig, denn so brillant die Auflösung auch ist, ausschlaggebend ist in diesem Film vielmehr der Mittelteil. Denn "The Wicker Man" ist einer der seltenen Filme, die dem Zuschauer tatsächlich das Gefühl vermitteln können, mutterseelenallein in einer fremden und feindseligen Umgebung zu sein. Hier geht es nicht um billige Schockeffekte, Taschenspielertricks wie knallende Türen oder Fratzen im Spiegel, hier geht es allein um eine Atmosphäre von Beklemmung und Verlorenheit, die sich wie ein Alpdruck auf den Zuschauer niedersenkt, und die in einer Schlusssequenz mündet, die heute noch genauso wirksam ist, wie vor 40 Jahren. Wenn Franz Kafka das Drehbuch für einen Horrorfilm geschrieben hätte, dann wäre wohl "The Wicker Man" dabei herausgekommen - und nicht nur von Teenager-Schlachtfesten frustrierte Genreliebhaber sondern auch Außenstehende, die einfach einen brillant erzählten Thriller mit origineller Thematik suchen, dürfen sich diese gelungene DVD-Umsetzung, die den Film zum ersten Mal ungekürzt in Deutschland präsentiert, ohne jede Bedenken in den Einkaufswagen legen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein paganer Filmklassiker, 28. März 2007
Man muß wohl was vom alten, naturreligiösen Glauben (Paganismus) verstehen, um diesen Film zu mögen. Der 70er Jahre Charme kommt auch überdeutlich zum tragen *g*
Die Geschichte handelt von einem Polizisten, der das Verschwinden eines kleinen Mädchens auf einer abgelegenen schottischen Insel untersuchen soll. Der tiefgläubige Christ stößt dort auf eine Bevölkerung, die einer, vom Lord der Insel wieder eingeführten, alte Religion folgt. Bei seinen Ermittlungen stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Höchst irritiert und schockiert ist er von den religiösen Ritualen und Gebräuchen der Bevölkerung.
Immer wieder glaubt er sich auf einer Spur, findet Hinweise, wird gelegentlich auf falsche Fährten gelockt. Das Ende ist überraschend!
In die Horror-Abteilung würde ich den Film nicht stecken. Suspense vielleicht, denn er ist durchaus spannend, wenn man in Betracht zieht, daß der Film 1973 gedreht wurde. Das Remake mit Nicolas Cage wird dem Original leider nicht gerecht. Es wurde nur ein tumber Actionreißer, während das Original durchaus differenziert daherkommt und ein für viele Menschen selbstverständliches christliches Weltbild einer andere Welt mit heidnischem Glauben gegenüber gestellt wird.
Ein durchaus guter und interessanter Film, mit tollen Schauspielern, überraschenden Wendungen und einem Blick in eine Welt, die unsere hätte sein können, wenn das Christentum Europa nicht erreicht hätte. Einer der wenigen Filme, die das heidnische nicht als böse und primitiv, sondern nur als ungewohnt und anders darstellen.
Mir hat der Film sehr gut gefallen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein