Tja, wenn heutzutage der Name Diamond Head fällt, dann sind andere Namen wie Metallica oder Megadeth nicht weit. Leider Gottes sank der Stern dieser Band, welcher eigentlich nie richtig stieg relativ schnell. Zumindest erschufen sie ein Album was man zu den Klassikern des New Wave of British Heavy Metal zählen muss und große Bands, wie die oben genannten maßgeblich beeinflusste.
Diamond Head's weißes Album, auch oft "Lightning to the Nations" genannt, besitzt alle Elemente die eine hervorragende NWoBHM-Platte haben muss. Die fiese Schnelligkeit und Rauigkeit des Punks, die harten wummernden Riffs a la Black Sabbath und die griffigen Melodien, welche zweifelsohne durch Led Zeppelin beeinflusst wurden. Hinzu kommt noch der sehr gute Gesang von Sean Harris, der das Album auch in diesem Bereich stark macht. Die Texte dagegen sind größtenteils ohne sonderlichen Tiefgang. Größter Themenbereich ist das Livespielen, die körperliche Liebe, oder jugendlicher Trotz. Schaden tut das dem Album in keinster Weise. Der Sound ist wie für die Zeit um 1980 typisch nicht gerade der beste und ziemlich rau, doch das Remastering bereinigt da einiges.
Gleich mit dem Opener "Lightning to the Nations" beweist die Band ihr können. Doch erst mit "The Prince" hauen Diamond Head auch Geschwindigkeitsmäßig ein absoluten Metalhit raus. "Sucking My Love" ist mit neun Minuten der längste Titel des Albums und besticht durch ein sehr psychedelischen Mittelteil, der zudem ein super Gitarrensolo aufweist. "Am I Evil?" dürfte mit Abstand das bekannteste Lied der Band sein, nicht nur weil Metallica es bis zur Vergasung gecovert haben, sondern auch weil es durch das monströse Intro und dem harten Riffing eine der Hymnen des Heavy Metals ist. Auch das im Vergleich eher unbekannte "Sweet and Innocent" überzeugt durch ein sehr melodisches Riff und geniale Gesanglinien. "It's Electric" würde ich ebenfalls, durch ein markantes Riff, als riesigen Metalhead einstufen. Bei "Helpless" drücken die Jungs nochmal richtig auf die Tube und legen zweifelsohne den Grundstein für den späteren Speedmetal. Wer da im Mittelteil nicht die Rübe schüttelt ist selber Schuld :).
Soviel zu den ersten 7 Tracks die das Originalalbum ausmachen. Diese reichen aus um dem Album einen 5 Sterne-Segen zu erteilen und es als Klassiker der damals jungen NWoBHM-Bewegung einzustufen.
Hinzu kommen mit "Shoot Out the Lights" und "Streets of Gold" zwei B-seiten die auf den Singles zum Album vorhanden waren, "Waited to Long" und "Play it Loud" von der gleichnamigen Single, sowie "Diamond Lights", "We Won't be Back" und "I Don't Got" von der Diamond Lights-Single. Diese 7 Bonustracks runden das Album schön ab, auch wenn sie nicht immer das Niveau des Originalreleases halten können.
Schade das Diamond Head nie den Erfolg hatten, den sie durch dieses Album verdient gehabt hätten. Schon 1985 war Schluss mit der Band, da zu der Zeit andere und härtere Metalstile gefragt waren. Trotzdem bleibt "The White Album" ein unbestrittener Klassiker des Genres und ist meiner Ansicht nach Pflichtprogramm für alle Freunde des Heavy Metals.