Wenn es eine Band tatsächlich schafft, ihren Sound von Album zu Album ständig weiterzuentwickeln und dem eigenen Stil trotzdem treu zu bleiben, dann darf man das als reife Leistung ansehen. Und diese Leistung erbringen die vier HWM-Recken aus Gainesville, Florida mit ihrem dritten Album auf Epitaph wieder einmal eindrucksvoll.
Bestach der letzte Longplayer "Caution" schon durch den drückenden, klaren Sound und die immense Energie der Songs, ist "The New What Next" der nächste Entwicklungsschritt: Die Songs pfeffern einem wieder ordentlich um die Ohren, aber diesmal auf einer teilweise schon hymnischen Stufe. Der HWM-typische, rauhe Doppelgesang von Chuck Ragan und Chris Wollard ist atmosphärisch stark wie auf keinem anderen Album zuvor, was sicher auch an Produzent Brian McTernan liegt, der schon das letzte Cave In-Album "Antenna" zu einem atmosphärischen 10.000-Höhenmeter-Flug machte! So stürmt "Keep it together" mächtig wie ein Gewitter durch das Gehör, während die beiden Gesangsstimmen einen wie auf einer Wolke durch "Ink and lead" tragen, bis man schließlich in "Giver" einen richtig heftigen Mitgröhler wie das legendäre "Wayfarers" findet. Wobei man nie das Gefühl hat, dass "The New What Next" an Spannung und Power verliert, da die musikalische Seite auf gewohnt druckvollem, facettenreichen Niveau bleibt.
Wer auf spannenden, melodiereichen Punk-Rock steht, kann hier nichts falsch machen!
Anhören: "Keep it together" , "All heads down" , "Ink and lead" , "This early grave"