Staffel 7 ist leider die letzte Staffel der einstmals so erfolgreichen Politikdramaserie "The West Wing", die in den Staaten während der letzten Zeit völlig zu Unrecht vom Publikum vernachlässigt worden ist.
Der bereits in Staffel 6 begonnene Umbruch mit Matt Santos (Jimmy Smits) als demokratischen Präsidentschaftskandidaten wird konsequent fortgesetzt. Der noch amtierende US-Präsident Jed Bartlet (ganz stark: Martin Sheen)und sein Stab von Mitarbeiterinnen u. Mitarbeitern (u. a. Allison Janney, Richard Schiff u. Dule Hill) rücken nach und nach in den Hintergrund und räumen somit Santos und seinem Team immer mehr Platz in den Handlungsbögen ein. Unter Santos Wahlhelfern finden sich bereits bekannte Gesichter wie Josh Lyman (Bradley Whitford), Donnatella "Donna" Moss (Janel Moloney) und der während der Dreharbeiten leider verstorbene John Spencer als Leo McGarry, der als Kandidat für den Posten des Vizepräsidenten antritt, an. Bekanntester Neuzugang ist hier die Schauspielerin Janeane Garofalo, die als "Lou" für frischen Wind sorgt.
Während Präsident Bartlet u. a. mit einem internationalen Konflikt und einem "Verräter" in den eigenen Reihen zu kämpfen hat, tritt Santos als erster Latino zur Präsidentschaftswahl gegen den republikanischen Politiker A. Vinnick (Alan Alda) an. Auch ihm und seiner Wahlkampfmannschaft (u. a. Patricia Richardson u. Ron Silver) wird genügend Zeit innerhalb der 22 Folgen gewidmet.
Krönender Höhepunkt der finalen Staffel ist selbstverständlich die allerletzte Folge, in der der neue Präsident vereidigt wird und Bartlet abtritt. Zuvor liefern sich die beiden Präsdentschaftskandidaten in einer vor Live-Publikum inszenierten Episode eine TV-Debatte, wie man sie auch aus deutschen Wahlkämpfen kennt. Dramatik pur verspricht dann die Doppelfolge über den Wahltag.
Aber auch die restlichen Episoden halten den Zuschauer mit spannenden, dramatischen, tragischen und auch mal amüsanten Geschichten aus der amerikanischen Politklandschaft bei Laune. Regelmäßige Zuschauer der Serie, die eher romantisch veranlagt sind, kommen auch zu ihrem Recht, da u. a. 2 bestimmte Charaktere endlich zusammenfinden.
Technisch gibt es an den 6 DVDs nichts auszusetzten. Bild und Ton sind für eine TV-Produktion in Ordnung. Was leider ab der 2. Staffel Tradition geworden ist, ist das komplett fehlende Bonusmaterial.
Wer der englischen Sprache mächtig ist (es sind auch englische Untertitel anwählbar!) und sich für anspruchsvolle Fernsehkost mit intelligenten Dialogen interessiert, sollte unbedingt mal einen Blick auf diese Serie werfen und sich zunächst die 1. Staffel bzw. Staffeln 1 u. 2 im Paket zulegen.
Anhänger der Serie, die bereits die Staffeln 1 bis 6 zu Hause im Regal stehen haben, werden sich diese Box zu 99 % sowieso zulegen. Ihnen sei gesagt, dass m. E. keinerlei Qualitätsverlust zu Staffel 6 zu verzeichnen ist. Für West Wing Fans ist dieses Box-Set daher ein absoluter Pflichtkauf.