Wellwater Conspiracy ist ein Nebenprojekt des ehemaligen Soundgarden- und jetzigen Pearl Jam-Drummers Matt Cameron und dem Monster Magnet-Gitarristen John McBain. Dass die beiden musikalisch was drauf haben, konnten sie bei ihren Bands schon eindrucksvoll beweisen.
Was diesem Album besonders gut tut: An Kommerz und Verkaufszahlen wurde beim Song-Writing kein Gedanke verschwendet und so ist das Album eigentlich nur ein musikalisches Hallo von Freunden für Freunde guter Musik. Das Spektrum ist enorm weit - es finden sich rockige Kracher wie "Sullen Glacier", leichtfüßige und teils surrealistisch anmutende Gitarrensongs wie "Wimple Witch" (für mich der beste Song auf dem Album), "Night Sky" oder "My Darker Bongo", elektronische Songs wie "Rebirth" (eine sehr, sehr interessante Komposition oder "Galaxy 265), ein frischer und entstaubter Klassiker ("Something In The Air") und am Ende plötzlich eine dunkle, bedrohliche, opernartige Instrumentalkomposition, die "Dresden Overture", die die Bedrohung durch Bombenangriffe und die darauffolgende Verzweiflung greifbar macht.
Alle Songs sind einzigartig, man hat kein einziges Mal das Gefühl den Song irgendwo und irgendwann schon einmal gehört zu haben, es wird frisch von der Leber gespielt und Matt Cameron macht als Sänger auch eine gute Figur (auch wenn er, laut McBain, kein Freddy Mercury ist - muss er aber auch nicht sein!).
Fazit: Wer auf unkonventionellen, anspruchsvollen, etwas vertrackten und die Gehörgänge fordernden Rock steht, der kommt an dieser Scheibe nicht vorbei!