Tord Gustavsen's Musik besticht durch einen besonderen Klang, von dem man nicht so genau weiß, woher die Assoziationen kommen. Aus schier unerschöpflichen Quellen aus dem Inneren des Musikers.
Sanft tröpfelt es vom Himmel direkt in das Herz des Zuhörers.
Da sind viele groovige, satte Sounds, die teilweise fast an ein live gespieltes Album erinnern. Es ist wie ein Soundtrack zu einem Dokumentarfilm, der einen auf Reisen mitnimmt, die es so nicht gibt: Als würde man in den paar Minuten tracks viele Länder, Landschaften, Erdteile, Jahreszeiten, Fabrikhallen, Seelenlandschaften, Tanzbühnen, Weiten... auf einmal durchfliegen..
Wenn die Szenerie sich ändert, hat es oft etwas von einer Kathedrale der Stille. Man hört plötzlich die eigene Stille oder nimmt die zurückgeworfene Stille eines Kirchenraums in sich auf, was ein wohltuendes, geerdetes Innehalten zurückbringt. Diese Musik teilt sich einem Note für Note mit, hat jedoch nichts Lautes oder Schwatzhaftes.
Es ist eine dunkle, schöne CD, die Tiefen auslotet, ohne abgrundtief traurig zu sein.
Der Titeltrack klingt am meisten nordisch und Tore Brunborg bringt einen schwebenden-lyrischen Sound ein, der an Nils Petter Molvær erinnert und wird komplettiert durch einen genialen Drummer als Taktgeber und einen wunderbar zeitweise gestrichenen Bass, der in einigen Songs zur Geltung kommt.
Tord Gustavsen ist ein begnadeter Songwriter und Soundbastler, aber einer ohne elektronischen Schnickschnack, alles akustisch-handgemacht. Einfach wunderschöne Ideen.