...ich verlier' gleich die Beherrschung vor Glückseligkeit!
Und nein, ich werde mich nicht dazu breitschlagen lassen "Das Warten hat sich gelohnt" zu sagen, obwohl's so ist.
Schon bei "Concrete bed" habe ich das Gefühl, mich auf der Autobahn selber zu überholen, so herrlich treibend sind Melodie, Text und Instrumetierung. Da stört auch nicht, dass der Spaß nach 2:30 schon vorbei ist. 9/10
Mit "Do it again" als zweiten Titel haben wir da einen Traum von Lied, wo einem alles andere um sich rum eh total sch***-egal wird. 10/10
"Always love" zwitschert sich durch den Gehörgang, gerechtfertigter Single-Release mit einem Text, der einen je nach Stimmung zum Lachen oder Weinen bringen kann...10/10
Genauso "What is your secret?" mit Pianoeinlagen, eher ungewöhnlich für diese Scheibe, fein und säuberlich mit schönem mehrstimmigen Gesang, wie eigentlich bei allen Songs. 9/10
Und wenn wir schon gerade melancholisch am rumphilosophieren sind, lasen wir Matthew Caws weiter mit einfühlsamer aber bestimmt Stimme in die herbstliche Leere säuseln...und man muss schmunzeln. 10/10
"All is a game you forgot to play..." hört sich nach "Nobody's perfect" an (8/10) und bildet mit dem Herz und Seele erfrischenden "Blankest year" die perfekte Lebenseinstellungssymbiose, dass man Lust bekommt, sich aufs Dach zu stellen und laut "Oh f*** it I'm going to have a party..." zu schreien. 11/10
Zu "Comes a time" walzern und schwofen wir nur so dahin. Der kleine Ausschnitt einer kreidegezeichneten Wolke unter dem Songtext im Booklet passt mehr als hervorragend zum Inhalt und der komisch optimistischen Schwermütigkeit des Titels. Bei Nada Surf schließt sich letzteres nämlich nicht aus, sondern bestimmt den Grundton ihrer Musik. Und dafür Liebe ich sie so...9/10
"In the mirror" entwickelte sich mit "Blankest year" zu meiner Lieblingsinstrumentierung. Es ist zwar eigentlich immer das gleiche Gitarrenriff, das Caws da spielt, aber er singt gleichermaßen gegen die Monotonie an und Ocaseks verpasst dem Ganzen dann noch einen einzigartig skiffeligen Beat.10/10
Bei "Armies walk" merkt man dem Drummer seine Weezer-Wurzeln an, sehr schön trashig-rockig, wieder eine schöne gerade Linie durch hervorglänzenden mehrstimmigen Gesang (9/10) und ein gnadenloser Übergang in "Imaginary friends", bei dem einem das Surfersong-Herz höher schlagen lässt und man zu jeder Gelegenheit hemmungslos mitträllert..."Lenny bruce's bug eyes stare from an LP...".11/10
Abschließend als hidden Track noch etwas synthie-waberndes mit Caws Gesang, den Tolkien Fans wohl als "elbengleich" beschreiben würden...kann ich jetzt nicht soviel mit anfangen, lassen wir einfach mal weg.
Bei 106/110 ist mehr als klar wie viele Sterne das gibt: FÜNF!!!
Und ich will erstmal sehen, ob es tatsächlich jemanden gibt, der mir das Gegenteil beweisen kann.
Surfers, ich liebe euch!
Danke fürs Lesen dieser Rezension.