Für sich allein genommen könnte ich dem ersten Band noch glatte fünf Sterne geben, denn zu Beginn wirkt die Reihe noch ziemlich einfallsreich und bewegt sich die Geschichte insgesamt noch nicht in den genretypischen, ausgefahrenen Bahnen.
Die Charaktere wirken im ersten Band noch neuartig (wenn auch nicht ganz ausgereift) und ließen mich hinsichtlich der Folgebände auf eine interessante Entwicklung hoffen.
Leider wurde diese Hoffnung aber enttäuscht.
Schon im zweiten Band verfällt der Autor dann in die klassischen Fantasy-Klischees, wobei dies allein mich noch nicht zu einer drei-Stern-Bewertung veranlasst hätte.
Eher bemängeln muss ich die entweder zur Gänze fehlende oder unglaublich überhastet wirkende Charakterentwicklung der Protagonisten, sodass diese einfach nicht mehr glaubwürdig erscheinen. Vor allem die schuljungenhaft wirkende Romanze des Hauptcharakters - im Gegensatz zu seinen sonstigen Aktivitäten - wirkt viel zu übertrieben süß und war für mich ein ständiges Ärgernis.
Auch wirkt es auf mich so, dass der Autor selbst im Laufe der Reihe seine Story nicht mehr komplett im Griff hatte, so finden sich zahlreiche Logikfehler, die dann mit an den Haaren herbeigezerrten Argumenten bereinigt werden mussten, wodurch die Geschichte übermäßig konstruiert wirkt und teilweise sogar ein wenig ins Lächerliche abgleitet.
Das in den Büchern gezeigte Ausmaß an Gewalt, Missbrauch und Sex ist wohl höher als in der gängigen 'Blümchen-Fantasy' à la Eddings, Jordan, Goodkind etc. (weshalb ich sie auch nicht unbedingt einem lese-Neuling empfehlen würde), Leser von Autoren wie Erikson, Bakker, K.J. Parker, Abercrombie etc. werden sich davon aber kaum beeindruckt zeigen.
Insgesamt finde ich die Reihe zwar nicht schlecht, ausgehenden von dem darum veranstalteten 'Hype' aber deutlich überbewertet.