Ich habe von Keyshia Cole nur per Zufall erfahren und muss schon sagen: Was für ein Glück! Die Vergleiche mit Alicia Keys und Mary J. Blige sind mehr als gerechtfertigt, denn Keyshia zeigt schon auf ihrem Debüt "The way it is", dass man mit ihr rechnen muss. Sie verfügt über eine kräftige, voluminöse Stimme und genug Gefühl, um ihre Songs glaubhaft zu präsentieren. Außerdem setzt die junge Künstlerin mehr auf echte Instrumente anstatt auf Computersounds sowie auf eigenes Songswriting. Gleich der Opener „(I just want) it to be over" wartet mit Bläsersätzen und einem fetten Beat auf. Dieser Song ist zugleich eines der Highlights des Albums und wurde von Kerry „Krucial" Brothers produziert, der auch für einige Tracks von Alicia Keys verantwortlich ist. Sein Sound ist auch hier unverkennbar. „I changed my mind" ist etwas beat-lastiger und ärmer instrumentiert. Dadurch steht Keyshias Stimme deutlich im Vordergrund. John Legend zeigt sich diesmal neben Keyshia für das Songwriting verantwortlich. Kanye West übernahm die clevere Produktion. Der Track steht dem Vorgänger in nichts nach und bietet die gewünschte Abwechslung. „Love, I thought you had my back" klingt dann nach einer sommerlichen Ballade im Motown-Stil und könnte auch von einer frühen Mary J. Blige stammen. „I should have cheated" hört sich im Gegensatz zu der Vorgänger-Ballade um einiges düsterer an. Der Song verfügt über einen halligen Bass, Strings und Orchester. Ein Slow-Jam der Extraklasse! Bei „Guess what?" wird es wieder etwas flotter. Keyshia bekommt zudem Unterstützung von Rapper Jadakiss. Die Ballade „Love" ist dann der erste schwächere Moment des Albums. Keyshia singt mit sehr viel Gefühl, allerdings hat sie eine seltsame Art die Töne auszusingen, welche von ihr irgendwie „zerstückelt" werden. Auch klingen die Strings zu Beginn des Liedes etwas zu kitschig. Ansonsten ist der Track aber immer noch gut. Mit „You've changed" schließt sich jedoch ein weitaus besseres Stück an. Der Beat des Songs erinnert stark an „You are everything", was jedoch im Booklet nicht als Sample vermerkt wurde. Bei diesem Song sollte man besonders auf Keyshias hinreißenden Backgroundgesang achten. Der nächste Track „We could be" ist eine sanfte Ballade im Stil von Mary J.Blige, bleibt jedoch hinter der hohen Qualität der anderen Stücke zurück. „Situations" ist meiner Meinung nach der beste Titel des Albums. Ein wabernder Beat und Keyshias cooler Gesang machen dieses Stück zu einem tollen Clubsong. Begleitet wird Cole von niemand anderem als Chink Santana, der hier und da mit seinen Rapparts dem Song den letzten Schliff gibt. Gefolgt wird dieses Meisterwerk von dem stark beat-lastigen „Down und dirty", bei dem Keyshia erstmals komplett auf ProTools setzt. Der Track ist eine nette Mid-Tempo-Nummer - nicht mehr und nicht weniger. „Superstar" ist ein weitere Höhepunkt. Bei ebenfalls mittlerem Tempo singt Cole zusammen mit Metro City über einen lässigen Beat und eine Harmonika-Einlage. Den Abschluss eines äußerst gelungenen und vielseitigen Albums bildet das soulige „Never" mit Rapperin Eve, welches schon auf dem Soundtrack zu „Barbershop" zu hören war. Der Song greift auf das Sample des Luther Vandross-Hits „Never too much" zurück und bietet somit die richtige Stimmung zum Tanzen.
Fazit: Keyshia Cole hat alles, was eine Sängerin braucht, um Erfolg zu haben: Ein überdurchschnittlich gut produziertes Debütalbum, ehrliche glaubhafte Texte, eine Hammerstimme und eine tolle Ausstrahlung! Da sollte es schon mit dem Teufel zugehen, sollte der Erfolg ausbleiben.
Für Fans von: Alicia Keys, Mary J. Blige, Beyoncé Knowles, En Vogue