Was uns C.G. Jung über den Schattenarchetypen erzählen konnte, kann uns Pressfield über die Tiefen des kreativen Daseins berichten. Dieses Buch ist nicht nur spezifisch auf den blockierten Künstler ausgerichtet.
Es werden auch Menschen, die ihre Lebensträume vor sich herschieben, was daraus gewinnen können.
Kenne deinen inneren Feind, denn gegen das eigene Ego kann man sehr gut vorgehen.
Das macht ungefähr 2 / 3 des Buches aus.
Dann gibt es aber noch den 3. Abschnitt; da kommen dann das höhere Selbst und Lösungsstrategien ins Spiel und überhaupt hilft einem ja (wie immer) das gesamte Universum, wenn man es nur lässt - das hat die vorangehende Rezensentin, die diesem Buch nichts abgewinnen konnte, wohl nicht mehr an sich ran gelassen.
Wer "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron mochte, aber keine Lust auf die darin enthaltenen Aufgaben hat und sich lieber in englischsprachigen, verbalen Ergüssen ob Tragik und Komödie des (Künstler-)daseins suhlt, als tiefgehend an sich zu arbeiten, der ist mit diesem Buch bestens bedient.
Ich war es - und werde bei Bedarf mal wieder drin blättern, denn Selbsterkenntnis hilft.
(Ich glaube, "Der Weg des Künstlers" hat mir noch mehr geholfen; das nur so am Rande und für die, die an sich arbeiten wollen.) Dieses Büchlein tuts auch.
Kleine Happen (oder Bisse) - große Wirkung.
Die Botschaft "lass das Große Ganze durch dich hindurch arbeiten" à la Cameron steckt hier auch drin, allerdings in einer ruppigeren, abgespeckteren, "in your face" Version, da einem an den meisten Stellen des Buches der Spiegel vorgehalten wird.
- Und diese Art der Selbsterkenntnis kann sehr effizient sein!
Fazit: Man blockiert sich stets selbst, ist immer selbst schuld, und man könnte diese ganze negative Energie genauso gut konstruktiv nutzen.
Alles bestens.