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Produktinformation
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Das 4:3 Bild ist dafür das es jetzt schon an die 13 Jahre alt ist gar nicht mal verkehrt, lediglich leichtes Edge-Enhancement trübt gelegentlich ganz leicht den Sehgenuss.
Der Ton ist jedoch der absolute Hammer. Der neue Dolby 5.1 Mix (gemastert von den Original-Tapes) ist Wahnsinn. Man kann eigentlich immer jedes Instrument und Sänger einzeln raushören. Auch werden konstant sinnvoll die Surrounds genutzt (für Publikum und Musik). Trotz seines Alters wage ich zu behaupten, das dies einer der besten Konzerttracks der letzten Zeit ist.
Die beiliegende Doku ist rund 30min lang und sehr informativ, unter anderem wird hier von Roger Waters angesprochen, zu welchen Pannen es kam und was dagegen getan wurde.
Die Menüs der DVD sind auch sehr passend geraten. Animierete Übergänge wurden mit Geräuschen und Musikausschnitten von dem Konzert vertont.
Absolute Kaufempfehlung!
Ich finde, dass der Sinn, die Geschichte und die Symbolik von Roger Waters und seiner Band perfekt übermittelt wurde und möchte auf die
vielseitige Kritik meiner Vorredner und anderer Kritiker eingehen.
Die gigantische Bühne wird direkt am Anfang von den Scorpions gestürmt. Natürlich sehen die furchtbar aus mit ihren Vokuhilas und
Lederklamotten, und die Harleys sowie die fette Limo müssen auch nicht sein. Aber tonal passen sie meiner Meinung nach perfekt zum
Anfangsstück "In The Flesh", Klaus Meine kopiert sehr gut die Stimmlage und den britischen Akzent des Originals und insgesamt ist es ein gelungener
Einstieg. Dann folgt Ute Lemper. Sie performt "The Thin Ice". Dieses Stück hörte und sah ich damals im Fernsehen, kannte also das Original
nicht. Ich fand sie wunderbar, ihre Stimme und ihr zierliches Erscheinen harmonierten gut mit dem ruhigen Stück.
Dann folgt das erste Gänsehautlied: Roger Waters flüstert sein "Daddy's flown across the ocean" und die 350 000 Zuschauer brechen in Jubel
aus, das Stück ist wahnsinnig gut.
"The Happiest Days Of Our Lives" steigert die Gänsehaut, zum flotten Rhytmus und Tumult im Zuschauerraum erscheint der 15m große Lehrer
über der Mauer, der mit seinen Pranken Autos hätte packen können.
Dann allerdings die erste Enttäuschung: Während die Musik zum Höhepunkt des Liedes anwächst, fing mein Herz schneller an zu klopfen, ich
bekam einen Adrenalinschub und merkte, dass das Stück auf "Another Brick In The Wall.Part 2" zulief. Dann allerdings dachte ich "was kommt
da denn angerannt?!", denn Cindy Lauper, teils hüpfend, teils rennend, kam auf die Bühne.
Ich finde sie unpassend für das Lied, es verliert an Charme und Impression, da sie sich stimmlich auf meinem Niveau befindet, und das ist
nicht gerade hoch.
Trotz diesem Minuspunkt muss ich sagen, dass "Another Brick In The Wall.Part 2" ein weiteres Highlight des Auftritts ist. Kritiker behaupten,
die Musiker sehen lustlos und frustiert aus...?! Quatsch, ich habe noch nie einen Mann am Keyboard dermaßen ausflippen sehen bei seinem Solo.
Auch die beiden Gitarristen bieten ein Solo, eins besser als das andere, der Schlagzeuger hat auch sichtlich Spaß an seinem Job.
Und als Überraschung kurz vor Schluss des Liedes tritt der Elektropopper Thomas Dolby in bizarrem Kostüm und mit einem bizarren Instrument die Bühne.
Er passt absolut perfekt zur Stimmung und surrealen Stimmung des Liedes und des Gesamtwerkes und macht alleine schon die Fehlbesetzung von Cyndi Lauper wett.
Zu dem Lied "Mother" lässt sich nur entschuldigendes sagen: Bei diesem Lied, beschrieben in der Dokumentation, fiel der Ton auf der Bühne aus,
genau wie bei "The Thin Ice", beide Stücke waren ruiniert. Um 3 Uhr morgens nach dem Konzert trommelte Roger Waters noch einmal alle zusammen,
um diese beiden Lieder noch einmal zu spielen - Ute Lemper kam und performte zusammen mit ihm - was auch erklärt, warum das Publikum
nicht jubelt, als Waters seine ersten Takte singt - es ist einfach keins mehr da.
Sinnead O'Connor, die für "Mother" vorgesehen war, kam allerdings nicht noch einmal. Grund für Waters, in der Doku über sie herzuziehen und
indirekt als Fehlbesetzung zu bezeichnen. "Sie war sich wohl zu wichtig[...], sie konnte das nicht begreifen, sie war unheimlich jung" etc.
Schade, ihre Stimme hätte gut zum Stück gepasst. So musste allerdings eine mehr oder weniger misslungene Aufnahme von der Probe des Vortags
genommen werden, an der sie einmal an der falschen Stelle weitersingt und die Country-Opas, welche den Refrain singen, sich grauslig anhören.
Wenigstens letzteres konnte korrigiert werden, auf der DVD ist auch dieses Stück glänzend, in bester Ton- und Bildqaulität, wie die gesamte DVD.
Joni Mitchell sieht zwar beim Singen von "Goodby Blue Sky" furchtbar aus, aber ihre Stimme gibt dem Lied einen neuen, rauchigen Ton und die
Nummer kommt gut rüber.
Ab jetzt läuft das Konzert perfekt, eine atemberaubende Show mit großartigen Akteuren, und Bryan Adams überragt die Starakteure um Längen.
Sein Stück "Young Lust" scheint wie geschrieben für ihn, dynamisch und bestechend rockig ist er in der Form seines Lebens.
Gegen Ende wird das Konzert mit zunehmender Größe der Mauer bedrückend, Roger Waters sorgt mit seinen ausfühlrichen Auftritten in einem Zimmer
in der Mauer und am Ende vor der letzten Lücke in der Mauer für Gänsehaut.
Dann ist die Mauer zu und die Zuschauer sind gefangen von der Dynamik und Imposanz der 20m hohen und 300m breiten Mauer.
Trotz meiner Zweifel, als ich hörte, dass Van Morrison das Schlüsselstück des gesamten Albums, "Comfortably Numb" performen würde, sehe
ich das Lied als bestes Stück und Höhepunkt der gesamten Show. Roger Waters kommt mit einem Krankenwagen (B:RD 49) auf die Bühne, was ein toller Effekt ist
und nicht für Überladung oder Kitsch sorgt. Während er den Part des Doktors singt, kann man die Augen schließen und sich an die Aufnahme von Pink Floyd 1980
erinnern: Er schafft es, den kompletten Part mit fast perfekter Genauigkeit und gleicher Tonlage wie auf dem Originalalbum zu performen.
Van Morrison ist klasse, er bringt mit seiner rauchigen Stimme einen neuen Akzent in das Lied und sorgt für Begeisterung. Es ist um mich komplett geschehen,
als die beiden Gitarristen auf ein Hebebühne auf der Mauer tolle Soli vollbringen - genau wie damals David Gilmour!
Der zweite Teil ist grandios, fehlerlos und eindringlich, allein für den Fall der Mauer und das obligatorische, riesige Pink Floyd - Schwein über der Mauer
lohnt sich das Geld.
Übrigens...The Wall war nie für den Potsdamer Platz geplant.... Lesen Sie weiter...
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