Dieser 10. Jubiläumsband enthält in mehrfacher Hinsicht großartiges Materia.
Zunächst die Story:
Die beginnt wie bereits schon öfters auch diesmal wieder mit einer Rückblende, diesmal in Ricks Leben, als die Welt noch in Ordnung war. Rasch wandelt sich diese Sequenz dem Wahnsinn, der vorherrscht. Rick hat immer noch sein Telefon, mit dem er Kontakt zu Lori hält.
Die Spannungen in der Gruppe mit der neuen Konstellation sind hoch, vor allem zwischen Rick und Ford, der eine kompromisslose Mission zu erfüllen hat.
Zum ersten Mal in dieser Serie ist so etwas wie ein großer Plan erkennbar. Bisher kämpfte jeder nur ums Überleben, ohne großes Ziel, ohne Plan, ohne roten Faden. Doch jetzt gibt es ein Ziel zu erreichen, ähnlich wie in Stephen Kings "The Stand" (Das letzte Gefecht). Diese Einführung von Fords Mission finde ich sehr gut, da sie die Story bereichert.
Die Gruppe hat ein Ziel, einen Weg, dem sie folgen müssen. Und zum ersten Mal gibt es so etwas wie Hoffnung und Aussicht auf Besserung.
Doch der Weg nach Washington ist weit, sie brauchen Waffen und Nahrung, daher nehmen Ford und Rick eine kleinen Umweg auf sich, um quasi an den Beginn der Serie zurückzukehren, wo sie auch auf einen alten Bekannten Ricks treffen.
Das ist das Stichwort: Zur Erinnerung beginnt der Band mit einem "Who is Who" der ausführlicheren Art. Auf insgesamt 11 Seiten werden in chronologischer Folge sämtliche Charaktere erwähnt, die bisher vorkamen. Mit Status: am Leben, tot, untot oder unbekannt.
Der Band schließt mit der Bonus-Story "Eine Weihnachtsgeschichte", die etwas aus einem Subplot erzählt. Obwohl nicht erwähnt, wurde diese 6 seitige Geschichte vermutlich von Moore (dem Zeichner des ersten Bandes) gemalt.
Positiv zu bemerken ist, dass Charlie Adlard sich wieder um mehr Detailtreue seiner Zeichnungen bemüht, die im Lauf der Serie (vor allem in den Bänden 5-7), vermutlich aus Zeitgründen, stark nachgelassen hat.
Nach der Bonus-Story folgt der 10. Teil des Zombie-Guides über Zombie-Filme der 80er Jahre sowie ein 4 seitiges Interview mit Autor Kirkman, das sehr aufschlussreich ist, und einer Jubiläums-Zeichnung "Die Mauer fällt" von Charlie Adlard für die deutschen Fans.