...so der Titel, unter dem der Film am 14.Januar 2010 in unsere Kinos kam.
Der Originaltitel 'The Visitor' fungiert hierbei lediglich als Untertitel. Ich wünschte mir, die Menschen, die die Entscheidung darüber fällen, unter welchem deutschen Titel (Anm.: Warum eigentlich stets und ständig?) ein Film in die Kinos kommt, würden einmal etwas mehr Mut beweisen. Wahrscheinlich suggeriert der Titel 'Der Besucher' - dabei sind es doch mindestens zwei..?! - dem geneigten Interessenten einen Sci-Fi-Film!? Wer weiß? Ich halte den Originaltitel für einen treffenden und überzeugenden Titel, der ohne Umschweife und schon fast minimalistisch den ganzen Kosmos einer (eigentlich nicht nur) amerikanischen Einwanderungspolitik unter dem Trauma von 9/11 zeigt... Zum Plot:
Walter, ein desillusionierter und gelangweilter Ökonomie-Professor, dessen Einsamkeit und Lebensunlust nicht erst mit dem Tod seiner Frau und der Ferne seines in London lebenden Sohnes begonnen haben mag, muss zu einem Kongress nach New York reisen. Hier unterhält er nach wie vor eine Mietwohnung, in der er seinerzeit mit seiner Frau lebte. Als er eintrifft, stellt er fest, dass sich dort ein Pärchen eingerichtet hat, dem man die Wohnung als 'frei' vermietet hat. Beide, Mann und Frau, sind illegale Einwanderer. Walter bietet ihnen an, in seiner Wohnung zu verweilen, während er die folgenden Tage im Kongress verbringt. Sehr schnell kommt sich die Wohngemeinschaft vorsichtig, aber stetig näher. Als der Mann - Tarek mit Namen - in der U-Bahn verhaftet wird, während er mit Walter unterwegs ist, beginnt eine Albtraum-artige Situation aus Ungewissheit, Kampf um das Menschenrecht 'Leben', schikanös-kurzer Besuchszeit und schwelender Verzweiflung. Als die Mutter von Tarek in New York bei Walter erscheint, um ihren Sohn zu besuchen, ist das der letztendliche Wendepunkt in Walters Leben...
Dieser Film ist ein Juwel des Ausdrucks der Menschlichkeit in einem zwar kleinen, aber äußerst intensiv erzählten Ausschnitt ihres Facettenreichtums! Richard Jenkins, der Darsteller des Walter, der für diese Rolle mit einer OSCAR-Nominierung als bester männlicher Hauptdarsteller bedacht wurde, scheint die tragisch-introvertiert-gelangweilte Rolle auf den viel-zitierten Leib geschrieben. Fast unnötig zu erwähnen, dass alle anderen Rollen zudem brilliant besetzt sind. Die manchmal unfreiwillige, permanent unterschwellige Komik des Films ist meiner Ansicht nach der Schlüssel für die eindringliche Intimität des Geschehens - einfach wunderbar!-
Wohlgemerkt: Ich besitze diese DVD (noch)nicht, und kann nichts zu ihrer Qualität (Bonus-Material etc.) aussagen!
Dies ist lediglich ein Statement zum Film.