In dem Film „The Virgin Suicides" geht es um 5 bildhübsche Schwestern, die in einem sehr religiösen Elternhaus aufwachsen und von ihren Eltern übermäßig stark behütet werden, was fast schon in einen Wahn mündet. Cecilia (13 Jahre), Lux (14), Bonnie (15), Mary (16) und Therese (17) haben daher kaum sozialen Kontakt bzw. ein funktionierendes soziales Umfeld. Als vor diesem Hintergrund die junge Cecilia zweimal versucht, sich das Leben zu nehmen (beim zweiten Mal schafft sie es), verengt sich die Situation der 4 verbliebenen Mädchen weiter. Als die 14-jährige Lux nach einem Schulfest erst am nächsten Morgen nach Hause kommt, trifft die Mutter eine sehr verhängnisvolle Entscheidung. Sie kapselt die Mädchen total von ihrer Außenwelt ab und lässt sie nicht mehr aus dem Haus raus. Vor diesem Hintergrund begehen alle 4 letztendlich gemeinschaftlich Selbstmord.
Der Film „The Virgin Suicides" von Regiedebütantin Sofia Coppola (Tochter von Francis Ford Coppola, der eine Produzentenrolle bei dem Film einnimmt) ist sicherlich nichts für einen gemütlichen Fernsehabend in der Familie oder mit Freunden. Damit wäre dem Film Unrecht getan, ihn nur als bloße „Unterhaltung" zu sehen. Man sollte ihn sich in jedem Fall alleine ansehen und sich total auf seine Handlung konzentrieren. Meiner Meinung nach steckt sehr viel mehr in „The Virgin Suicides" als zunächst angenommen. Die Geschichte wird simpel erzählt, ohne große Szenenwechsel oder besondere Special Effects. Die Handlung wird wunderbar aufgebaut und daher verkommt der Film nie zu einem langatmigen Streifen. Vielmehr kann man nicht anders, als darüber nachzudenken, warum die Mädchen sich das Leben nahmen. Man kann auf diese Frage sehr viele Antworten finden, man wird sich jedoch mit keiner davon zufrieden geben können. Auch wird das wahre Ausmaß des Films erst in der entscheidenden Szene klar, die zudem unerwartet und hart kommt und auch mit der Bilderführung extrem untermalt wird.
Aufgrund der Thematik des Films und der bewusst gewählten psychischen Härte (eben nicht ein Teenie- oder Liebesfilm, sondern eher ein Psychodrama) empfehle ich den Film niemandem, der das Erwachsenenalter noch nicht erreicht hat und erst recht niemandem, der sich noch in der Pubertät befindet (FSK 12 halte ich für falsch, FSK 16/18 müsste mindestens her). Die Gefahr ist, dass man sich den Mädchen verbunden fühlt oder sie sogar als „Helden" oder „Gleichgesinnte" ansieht, was in diesem Lebensabschnitt bei dem Film nicht sinnvoll ist und nach hinten losgehen kann.
Abschließend zu sagen, ein rundum gelungenes Meisterwerk wurde 1999 geboren, leider wurde es nicht verstanden, den Filmstart angemessen vorzubereiten (die besten Schauspieler waren ja in Mengen vorhanden) und so blieb der große Erfolg aus. Auch ist er in Videotheken sehr selten zu finden, total unverständlich, ich hab ihn noch nirgends gesehen, weder auf Video noch auf DVD und ohne meinen besonderen Bezug zu Kirsten Dunst wäre ich auch nicht auf „The Virgin Suicides" gekommen. Aber ein für Erwachsene harter Film, der sich ihre Jugend wieder in Erinnerung ruft, und über den man einfach nachdenken muss und die ein oder andere schlaflose Nacht verbringt. Auf jeden Fall ansehen!!!!!!!