Über die Thesen und reißerische Aufmachung des Bestsellers Sakrileg/The Da Vinci Code lässt sich, auch im Interesse in des Marketings, bekanntlich streiten. Die prestigeträchtige Verfilmung durch Ron Howard mit Hollywoodgrößen wie Tom Hanks und Sir Ian McKellen blieb trotz der anfangs enormen Erwartungen dennoch weit hinter diesen zurück und war vielleicht finanziell zwar durchaus rentabel für die Produzenten, jedoch weniger für DVD-Käufer und Kinobesucher.
Bereits der "Bestseller" auf den der Blockbuster ja basiert durfte sich einer beachtlichen Marketingkampagne erfreuen, nachdem er eine Kontroverse losgetreten hatte, an der sich fast alle potentiellen Leser und Käufer beteiligen konnten. Dabei war das Buch nur eine simple Kopie des Vorgängers Illuminati/Angels and Demons, dass sich hauptsächlich durch Mundpropaganda behaupten musste und Sakrileg in Sachen Thrill bei weitem überlegen war, während die Fortsetzung hauptsächlich auf einer esoterisch-religiösen Welle dahinsurfte. Der theatralisch gewählte Titel traf dabei neben dem theologischen Kern der Sache auch die Einreihung in das Genre Thriller, wodurch sich gerade viele Leser von Illuminati vor den Kopf gestoßen sahen, hatte man ja "etwas ähnliches von Dan Brown schon mal gelesen".
Warum also dann das Buch zum Film, die dritte Inkarnation des Phänomens Sakrileg wenn man so will, kaufen? Weil es die bislang beste Umsetzung der Handlung ist, wenngleich nicht die billigste da Taschenbuch und DVD bereits unter 10 Euro gehandelt werden. Schockierend, wenn man bedenkt was sonst bei Filmbüchern sonst der Fall ist. Es ist nämlich so, dass dieses Buch zum Film das vollständige und ungekürzte Drehbuch enthält, eine rasantere und schneller zu lesende Version von Sakrileg also. Ergänzt wird diese durch das typische Bonusmaterial, worin Beteiligte und Schöpfer zu Wort kommen können. Bilder vom Dreh finden sich darin ebenso, wie auszugsweise Storyboards, in welchen die Handlung bereits vorskizziert wurde. Bevor man jedoch überhaupt zu diesen Bestandteilen kommt findet man sich jedoch mit Vorwörtern von Drehbuchschreiber Akiva Goldsman und Ron Howard konfrontiert, die ja gerüchteweise auch an der Verfilmung des nächsten Dan Brown-Buchs beteiligt sein sollen.
In der Kürze liegt die Würze, so anscheinend auch bei mittelmäßigen Filmstoff, reduziert auf die Essenz eines an Reclam-Hefte erinnernden Sprechtextes, den man auch für Theaterinszenierungen benutzen könnte, macht dieser offensichtlich einen besseren Eindruck als in anderen Erscheinungsformen, selbst wenn wahre Hollywoodgrößen mit einem Millionenbudget sich dazu die Ehre geben.
Fazit:
Das Buch zum Film bzw. das darin enthaltene Drehbuch ist nicht nur etwas für unbetrübliche Dan Brown-Fans, sondern womöglich auch Leser auf der Suche nach der besten und knackigsten Umsetzung von Blockbuster und Bestseller.