Für mich ist diese CD ein Juwel in jeder Soundtracksammlung.
Schuld daran sind die scheinbar schwerelosen Violinstücke von Hilary Hahn, wunderschön vom Klavier (Anspieltipp: ‚What Are You Asking Me?') und/oder Orchester begleitet. Bis auf wenige Ausnahmen überwiegt ein sehr melodischer, getragener Ton, wobei auch immer perlende, lebendige Passagen eingestreut sind. Gleich das Grundthema und der erste Track, ‚Noah Visits', sind dafür ein wunderbares Beispiel.
Die Orchestration ist zwar durchaus üppig (Sinfonieorchester), gleichzeitig hält sie sich jedoch als reine Begleitung so dezent und gekonnt im Hintergrund, dass sich das Augenmerk... Verzeihung... Ohr voll auf Hillary Hahns Violine konzentrieren kann.
Zwar umfasst der Soundtrack gelegentlich auch bedrohliche Klänge und Effekte, mal schrill, temporeich und durchaus disharmonisch (‚Those We Don't Speak Off', ‚It is not real'), mal hintergründig (‚The Forbidden Line'). Aber auch solche Szenen gab es ja im Film - die Angst des Dorfes vor dem Unbekannten, die Verfolgung im Wald - und passen daher zum Soundtrack, wenngleich sie den ruhigen Gesamtton unterbrechen.
Die träumerische Musik eignet sich - mit oder ohne Kenntnis des Films - zum völligen Loslösen, In-Sich-Hineinhorchen, Abheben. ‚What Are You Asking Me' und ‚The Vote' werde ich immer und immer wieder hören...