Wenn der Name M. Night Shyamalan fällt, denkt man vor allen an den Überraschungserfolg "The Sixth Sense" von 1999.
Doch "The Village" ist kein übersinnlicher Thriller, sondern eine Liebesgeschichte und das haben viele Kritiker wie Zuschauer nicht erwartet, weswegen der Film sehr gespaltete Rezensionen erhielt. Doch jene, die ganz unvoreingenommen ins Kino gehen, werden mit einem kleinen Meisterwerk belohnt.
Die Handlung schlägt immer wieder Haken und die Botschaft die letztlich im überraschenden Finale vermittelt wird, ist verstörend schlicht wie schön. Bei der Schaupielerwahl hat man viel Fingerepitzengefühl bewiesen, vor allem William Hurt zeigt als Edward Walker sein ganzes Können. Aber auch die anderen Darsteller spielen groß auf, insbesondere Bryce Dallas Howard ist eine große Entdeckung, die als Ivy eine verwundend schöne Zärtlichkeit versprüht.
Ursprünglich sollten Ashton Kutcher und Kirsten Dunst Rollen spielen, doch mussten beide wegen Zeitmangels absagen, zum Glück möchte man fast meinen, denn die hier verpflichteten Darsteller werden eins mit ihren Rollen und tragen mit ihrer zurückhaltenden Präsenz maßgeblich zur Poesie des Filmes bei, die vielleicht sonst geringer ausgefallen wäre. Die Dialoge sind geistreich und dennoch ist es gut, dass der Film nicht als zu geschwätzig daherkommt, denn oft wird gerade mit den stummen Bildern sehr viel gesagt.
Mit seinen herbstlichen Landschaften, umfidelt von der wunderbaren Filmmusik James Newton Howards, entfaltet der Film nach und nach eine Kraft, der mehr man nur schwerlich widerstehen kann und die Geschichte der "Unaussprechlichen" rückt immer weiter in den Schatten, da sie nur Mittel zum Zweck ist.
Meiner Meinung nach, ist "The Village" Shyamalan's bester Film, gerade weil er in eine ganz andere Bresche schlägt.
Nach dem Kinobesuch, wenn man zurück zum Parkplatz geht, die Tür seines Autos aufschließt und sich nach den zartschönen Bildern zurücksehnt, fragt sich bestimmt so mancher Heimkehrende, ob es dieses verborgene Dorf nicht wirklich geben könne. In jedem Fall sei es ratsam, sich mit den eigenen kleinen Gewohnheiten und Alltäglichkeiten noch etwas zurückzuhalten. Und schaut sich dieser Film auch schöner zu zweit, denn "The Village" ist und bleibt eine Geschichte über die Liebe, die sich am Ende, entgegen aller Widerstände, immer einen Weg bahnt.