Um es vorweg zu nehmen: Dieses ist vermutlich die beste Compilation der 80-er Jahre - heroen Talk Talk. Hier ist alles drauf, was man als Einsteiger ins TT-universum ( 1982-1991 ) braucht.
Begonnen haben sie 1982 als Jungtalente unter Federführung des Roxy Music-produzenten Rhett Davis ( hier ist der Song Talk Talk enthalten. 1984 wurden Talk Talk mit dem nicht offiziel mit arbeitenden Bandmitglied Tim Fiese-Greene zu Superstars, insbesondere durch den hit "Such a shame " ( hier im puren original enthalten ).
Welche Kraft die Colloberation Talk Talk ( Mark Hollis, Paul Webb, Lee Harris ) mit Friese-Greene hatte, konnte man eindrucksvoll auf dem 3. Album " Colour of Spring " hören, wohl ein Meilenstein der Musikgeschichte; wenn auch kommerziell nicht mehr ganz so erfolgreich wie It`s my life.
Wieso Tim Friese-Greene sich nicht mit Erscheinen dieses Albums als offizielles Bandmitglied vorgestellt hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Mehr als die Hälfte dieser Produktion ist hier teils in kürzeren eingängigeren Varianten enthalten ( Life`s what you make it, April 5Th, Living in another world, Give it up, Time it`s time ).
Dieser Sound von Friese-Greene und mark Hollis als Tiefe in Gesang und Ausdruck ist auch nach 25 Jahren unerreicht und klingt erstaunlich frisch.
Talk Talk haben sich 1986 von der Pop-musik abgewandt und haben zwei großartige Alben produziert ( 1988: Spirit of Eden ; 1991: Laughing Stock ), die aber harter tobac für Musikkenner aus dem Klassik-und Jazz-repertoire sind.
Auf dieser CD sind geglättete Versionen aus " Spirit of Eden " ( Eden, I believe in you , Wealth ) , die sich hier hervorragend in das pop-schema einfügen.
Wichtigstes Element dieser compi ist der Song " John Cope "definiert er doch die Klasse dieser Band zwischen dem pop von Colour of spring und der Klassik von Spirit of Eden; mir ist sonst nicht bekannt, daß er irgendwo sonst drauf ist.
Mark Hollis hat Ende der 90-er noch ein kaum beachtetes ( zu Unrecht ) Solo-album herausgbracht.
Tim Friese-Greene hat seine Rolle als Phantom weiter gespielt, unter Anderem bei Catherine Wheel und der norwegischen Band Midnight Choir ( dort auch teilweise zusammen mit Lee Harris ). Jüngst ist das erste Soloalbum erschienen, für das Tim Friese-Greene sich mit seinem Namen für verantwortlich zeichnet.
Ohne TFG, der Mark Hollis aus seinem Kokon hervor geholt hat, wären die Talk Talk-erfolge mit Sicherheit unscheinbar geblieben.