"I was born to play with Canned Heat!"
(Adolfo "Fito" de la Parra)
In Jahre 1965 gründen zwei Bluesfanatiker in Los Angeles eine Bluesrock 'n' Boogie Band, die sie nach Tommy Johnsons "Canned Heat Blues" benennen, der im Jahre 1928 den Missbrauch eines in Blechdosen erhältlichen Brennstoffes als billiges Rauschmittel zu Gegenstand hatte....
....das Ergebnis dieses Zusammenschlusses, sollte jedoch keinen musikalischen Fusel, sondern einen hochprozentigen und richtungsweisenden "weißen Blues" hervorbringen.
Mit dem kurzsichtigen Alan "Blind Owl" Wilson (1943-1970), der an der Boston University Pionierarbeit in der Bluesforschung geleistet hatte und dem 130 kg schweren Bob "The Bear" Hite (1944-1981) fanden sich auf ungewöhnliche und geniale Weise Können, Wissen und Gefühl zusammen. Als dritter im Bunde fungierte der Gitarrist Henry "Sunflower" Vestine (1944-1997) von Frank Zappas Mothers of Invention. Aufgrund verschiedener Umbesetzungen kam im Jahre 1967 mit Larry "The Mole" Taylor der Session-Bassist der Monkees hinzu, der zuvor mit Jerry Lee Lewis and Chuck Berry getourt hatte, sowie mit Adolfo "Fito" de la Parra ein Schlagzeuger, der als einziger in der noch heute bestehenden Formation aktiv ist......
"The Very Best of" bringt mit 15 phantastischen Tracks die Highlights aus der großen Zeit der Gruppe, die mit einem sensationellen Auftritt beim Monterey International Pop Festival im Juni 1967 begonnen hatte und am 3. September 1970 mit dem Tod Wilsons endete. Larry Taylor und der Gitarrist Harvey Mandel, der Vestine seit Juli 1969 ersetzt hatte, waren bereits im Mai zu John Mayall's Bluesbreakers abgewandert. Mit Muddy Waters "Rollin' and Tumblin (Track 12)", "Dust My Broom" (14) und ihrer ersten Single "Bullfrog Blues" (8) traten Canned Heat bereits in Monterey auf. Der exzellente Slide-Gitarrist Alan Wilson, der von John Lee Hooker als "bester Harmonika-Spieler aller Zeiten" bezeichnet wurde, komponierte "On the Road Again" (1; nicht zu verwechseln mit Willy Nelsons Countrysong) und das "inoffizielle" Thema des "Woodstock-Films" "Going Up The Country" (5) denen er durch seinen Falsettgesang einen unverwechselbaren Sound und als Welthits Unsterblichkeit verlieh. Nach der Veröffentlichung von sieben Alben ist "Blind Owl" trotz aller Warnungen von Hites Antidrogensong "Amphetamine Annie" (2) bereits im Alter von 27 Jahren infolge einer Barbiturat-Intoxikation verstorben. Den grandiosen Erfolg von "Hooker 'n' Heat", einer Zusammenarbeit mit dem Vater des "Canned Heats Boogie-Blues", John Lee Hooker (der bei den Aufnahmen von Wilsons Fähigkeiten äußerst beeindruckt war), konnte er jedoch nicht mehr erleben. Der größte Charterfolg der Gruppe "Let's Work Together" (9) stammt jedoch von Wilbert Harrison. Um der wenige Monate zuvor veröffentlichten Urversion eine Chance zu geben, stellte Hite die US-Veröffentlichung der Canned Heat Coverversion 1970 zunächst zurück, was wohl im harten Musikbusiness bis heute eine Sensation darstellt. Mit dem über elfminütigen "Fried Hockey Boogie" (11), einer gelungenen Synthese aus authentisch-rustikalem Countryblues und elektrischen Rock-Phrasierungen präsentieren die Bandmitglieder auch ihre kraftvollen Improvisationstalente, denen sie in extensiven, instrumentalen Solo-Eskapaden freien Lauf lassen.
Auch die restlichen, fast alle von Hite und anderen Bandmitgliedern komponierten Nummern, können sich auch heute noch, nach nahezu vier Jahrzehnten, noch hören lassen. Die Audio CD ist in der Tat als "The Very Best Of" und im Hinblick auf ihren Preis ein Schnäppchen.
Dafür gibt es 5 Amazonsterne.....
....."and don't forget to boogie!"