The Verve

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Biografie

"FORTH"

Es gibt kreative Zeitgenossen, die sich nur weiterentwickeln können, wenn sie ihr Schaffen und sich selbst regelmäßig kritischen Bestandaufnahmen unterziehen. Mitunter sogar ohne Rücksicht auf den Verlust der eigenen Kreativbande. Und sei es auch nur, um anschließend auf höherem Niveau weiter zusammen arbeiten zu können. Die nordenglische Band The Verve löste sich erstmals 1995, knappe sechs Jahre nach ihrer Gründung auf. Aus der anschließenden Reunion resultierten zwei Jahre später, 1997, mit dem Album "Urban Hymns" und der Single "Bitter Sweet Symphony", die beiden bislang größten ... Lesen Sie mehr

"FORTH"

Es gibt kreative Zeitgenossen, die sich nur weiterentwickeln können, wenn sie ihr Schaffen und sich selbst regelmäßig kritischen Bestandaufnahmen unterziehen. Mitunter sogar ohne Rücksicht auf den Verlust der eigenen Kreativbande. Und sei es auch nur, um anschließend auf höherem Niveau weiter zusammen arbeiten zu können. Die nordenglische Band The Verve löste sich erstmals 1995, knappe sechs Jahre nach ihrer Gründung auf. Aus der anschließenden Reunion resultierten zwei Jahre später, 1997, mit dem Album "Urban Hymns" und der Single "Bitter Sweet Symphony", die beiden bislang größten Erfolge der Band um Kreativkopf Richard Ashcroft. Weitere 24 Monate später, 1999, verkündeten die vier Musiker endgültig das Ende der Existenz von The Verve. Der Spaß am eignen Klangkörper war trotz massiv gestiegenen, weltweiten Zuspruchs auf der Strecke geblieben und statt weiter Öl in die heißgelaufene Hit-Maschine zu gießen, ging man musikalisch getrennte Wege. Was für die zahllosen Verve-Fans ein Grund zum Trauern war, erschien der Band nur logisch. Schließlich hatte man sich 1989 erstmals zusammen getan um rein nach dem Lustprinzip die Musik zu machen, die den perfekten Nährboden für Richard Ashcrofts öffentlich gemachte, bittersüße Skizzierungen des Lebens in der modernen Zivilisation bot.

Das alles schien zehn Jahre lang Geschichte gewesen zu sein. Zehn Jahre, die dem Pop-Mythos The Verve freilich keinen Abbruch taten. Umso größer und überraschender platzte in den Pop-Herbst 2007 die sensationelle Nachricht, dass The Verve erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder in Originalbesetzung ein Konzert in Glasgow geben wollten. Im November 2007 schloss sich zuerst eine komplette, binnen 20 Minuten ausverkaufte Tour durch englische Theater und später durch die großen Arenen des Landes an. Vor enthusiastischem Publikum testete das Quartett dabei sogar neues Songmaterial. Jetzt, neun Monate und etliche gespielte Festival-Gigs später, in denen die neuen Songs weiter Form annahmen, veröffentlichen die vier Engländer mit "Forth" ein neues Studioalbum, das eindrucksvoll beweißt, zu welch brillanten kreativen Höhenflügen das strikte Folgen des Lustdiktats führt.

Schon das erste Hören der zehn neuen Songs stellt unmissverständlich klar, dass das Comeback von The Verve ein Ziel verfolgt, das weit über den vermeintlichen Wunsch, die Charts zu stürmen, hinaus reicht. Vielmehr ist "Forth" das Testament einer Band, die ihrem eigenen künstlerischen Anspruch unbedingt gerecht wird. Mit der Gewissheit, ohnehin kein "Urban Hymns II" abliefern zu wollen, schuf das Musiker-Kollektiv eine Songsammlung, die von der bisherigen Bandkarriere profitiert und das Hauptaugenmerk trotzdem auf eine viel versprechende, gemeinsame musikalische Zukunft richtet. So erstaunt es auch nicht, dass Bassist Simon Jones das selbstproduzierte "Forth" für das beste Album der kollektiven, wie auch der individuellen Karrieren der Verve-Mitglieder hält. Nicht zuletzt, weil man ganz bewusst auf jegliche Nostalgie bei der Studioarbeit verzichtet hat. Dennoch werden sich langjährige Fans der Band beim Song "Sit And Wonder" an die frühen Verve erinnert fühlen. Das Resultat einer halbstündigen Jam-Session eröffnet nach unzähligen Live-Tests nun in Form eines feinen Destillats das neue Album "Forth". Die komplette Band präsentiert sich in diesem mehr als würdigen, energetischen Opener als hervorragend auf einander eingespielte Einheit, während Ashcrofts eindringliche Falsett-Einlagen fulminant klarstellen, dass die interne Verve-Welt zweifellos wieder ins Lot gebracht worden ist.

Die erste Single von "Forth", "Love Is Noise", wird in der Album-Version extensiviert und erhält durch die addierten Gitarren-Exkursionen von Nick McCabe geradezu epischen Charakter. Der Refrain "Love Is Noise, Love Is Pain, Love Is This Blues I'm Singing Again", besitzt jenen monumentalen, sofort wieder erkennbaren Charakter, der "Bitter Sweet Symphony" zum Soundtrack der ausklingenden Neunzigerjahre gemacht hatte. Überhaupt nimmt Chef-Texter Richard Ashcroft in den zehn neuen Songs von "Forth" einmal mehr die Rolle der nach Wahrhaftigkeit suchenden Person ein, die die großen Fragen über den eigenen Mikrokosmos, das Universum und alles was dazwischen liegt, mit der ihr eigenen Sprachgewalt stellt. Wenngleich auch dringlicher als zuvor. Die Antwort auf die Frage, "Is There Anywhere Better Than Here?", in der von Piano und Streichern getragenen Mid-Tempo-Nummer "Rather Be", liefert er mit seinen drei Bandkollegen höchst selbst. Eine bessere musikalische Erfahrung als beim Hören von "Forth" kann man zurzeit einfach nicht machen. Die perlenden Gitarren und der Upbeat-Rhythmus von "Judas" führen zunächst mit ihrer, im besten Sinne, leichten Bekömmlichkeit, auf eine falsche Fährte, denn wenn das Tempo zum Ende hin anzieht, nehmen die Saiten-Hiebe von McCabe geradezu manische Züge an. Wessen Gemütszustand bis hierhin noch keinen euphorisierten Zustand angenommen hat, weil man dem neuen Verve-Album lauschen kann, wird spätestens von "Numbness" mitgerissen. Die langsame sechseinhalb Minuten-Nummer mit der Gitarren-Jam in der Mitte, präsentiert Ashcroft und Co. in ihrem sphärischen Bestzustand. "I See Houses" beginnt mit einer dramatischen Piano-Melodie, die in einem hymnenartigen Refrain mündet und klassische Ashcroft-Zeilen wie "How Many Lives Must I Waste, How Many Tears Must I Taste" enthält. "Noise Epic" gibt alleine schon im Titel die Route für den längsten und unvorhersehbarsten Song des Albums vor. Der Bass von Simon Jones übernimmt hier die Hauptrolle und präsentiert den Northern Soul, so wie The Verve ihn verstehen, in seiner bislang epischsten Form. In "Valium Skies" bricht sich die Sonne ihren Weg durch dunkle Wolken und ebnet dem romantischsten Song des neuen Albums seinen Weg. "Columbo" beginnt mit improvisierter Interaktion zwischen Bass und fast schon jazzartigen Drum-Beats im Can-Stil, ändert aber mittendrin sein Tempo und seine Struktur. "Appalachian Spring" beendet das neue Album mit einer äußerst optimistischen Note und unterstreicht den Verdacht, dass die Hoffnung das allübergreifende Thema von "Forth" ist. Wer es bis hierhin noch nicht festgestellt hat, wird spätestens bei diesem Song spüren, dass man es bei den wiedervereinten The Verve mit einer Band zu tun hat, der es im Jahr 2008 besser geht, als die meisten ihrer Fans zu hoffen gewagt hatten.

Folgerichtig, denn die vier Band-Charaktere haben ihre individuellen Befindlichkeiten, die der Langlebigkeit von The Verve in den Neunzigerjahren
eher weniger zuträglich waren, längst via diverser Solo-Aktivitäten neutralisiert. Die Experimente mit psychedelischen Drogen gehören ganz offensichtlich der Vergangenheit an, aber die vier rastlosen Seelen kreieren im Kollektiv immer noch vor allem Musik, die ihre eigenen Gemüter und die ihrer Zuhörer mit einer gewissen Transzendenz aus dem Alltäglichen entführt. Ihre berühmt-turbulente Chemie ist nach wie vor intakt, wie die Qualität der neuen Songs beweist. Wohin sie ihr Folgen des Lustdiktats tragen wird, kann nicht mal die Band selbst sagen. Aber für den Moment zählt vor allem die Tatsache, dass es zurzeit kein aufregenderes Audioerzeugnis als das neue Verve-Album "Forth" gibt.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

"FORTH"

Es gibt kreative Zeitgenossen, die sich nur weiterentwickeln können, wenn sie ihr Schaffen und sich selbst regelmäßig kritischen Bestandaufnahmen unterziehen. Mitunter sogar ohne Rücksicht auf den Verlust der eigenen Kreativbande. Und sei es auch nur, um anschließend auf höherem Niveau weiter zusammen arbeiten zu können. Die nordenglische Band The Verve löste sich erstmals 1995, knappe sechs Jahre nach ihrer Gründung auf. Aus der anschließenden Reunion resultierten zwei Jahre später, 1997, mit dem Album "Urban Hymns" und der Single "Bitter Sweet Symphony", die beiden bislang größten Erfolge der Band um Kreativkopf Richard Ashcroft. Weitere 24 Monate später, 1999, verkündeten die vier Musiker endgültig das Ende der Existenz von The Verve. Der Spaß am eignen Klangkörper war trotz massiv gestiegenen, weltweiten Zuspruchs auf der Strecke geblieben und statt weiter Öl in die heißgelaufene Hit-Maschine zu gießen, ging man musikalisch getrennte Wege. Was für die zahllosen Verve-Fans ein Grund zum Trauern war, erschien der Band nur logisch. Schließlich hatte man sich 1989 erstmals zusammen getan um rein nach dem Lustprinzip die Musik zu machen, die den perfekten Nährboden für Richard Ashcrofts öffentlich gemachte, bittersüße Skizzierungen des Lebens in der modernen Zivilisation bot.

Das alles schien zehn Jahre lang Geschichte gewesen zu sein. Zehn Jahre, die dem Pop-Mythos The Verve freilich keinen Abbruch taten. Umso größer und überraschender platzte in den Pop-Herbst 2007 die sensationelle Nachricht, dass The Verve erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder in Originalbesetzung ein Konzert in Glasgow geben wollten. Im November 2007 schloss sich zuerst eine komplette, binnen 20 Minuten ausverkaufte Tour durch englische Theater und später durch die großen Arenen des Landes an. Vor enthusiastischem Publikum testete das Quartett dabei sogar neues Songmaterial. Jetzt, neun Monate und etliche gespielte Festival-Gigs später, in denen die neuen Songs weiter Form annahmen, veröffentlichen die vier Engländer mit "Forth" ein neues Studioalbum, das eindrucksvoll beweißt, zu welch brillanten kreativen Höhenflügen das strikte Folgen des Lustdiktats führt.

Schon das erste Hören der zehn neuen Songs stellt unmissverständlich klar, dass das Comeback von The Verve ein Ziel verfolgt, das weit über den vermeintlichen Wunsch, die Charts zu stürmen, hinaus reicht. Vielmehr ist "Forth" das Testament einer Band, die ihrem eigenen künstlerischen Anspruch unbedingt gerecht wird. Mit der Gewissheit, ohnehin kein "Urban Hymns II" abliefern zu wollen, schuf das Musiker-Kollektiv eine Songsammlung, die von der bisherigen Bandkarriere profitiert und das Hauptaugenmerk trotzdem auf eine viel versprechende, gemeinsame musikalische Zukunft richtet. So erstaunt es auch nicht, dass Bassist Simon Jones das selbstproduzierte "Forth" für das beste Album der kollektiven, wie auch der individuellen Karrieren der Verve-Mitglieder hält. Nicht zuletzt, weil man ganz bewusst auf jegliche Nostalgie bei der Studioarbeit verzichtet hat. Dennoch werden sich langjährige Fans der Band beim Song "Sit And Wonder" an die frühen Verve erinnert fühlen. Das Resultat einer halbstündigen Jam-Session eröffnet nach unzähligen Live-Tests nun in Form eines feinen Destillats das neue Album "Forth". Die komplette Band präsentiert sich in diesem mehr als würdigen, energetischen Opener als hervorragend auf einander eingespielte Einheit, während Ashcrofts eindringliche Falsett-Einlagen fulminant klarstellen, dass die interne Verve-Welt zweifellos wieder ins Lot gebracht worden ist.

Die erste Single von "Forth", "Love Is Noise", wird in der Album-Version extensiviert und erhält durch die addierten Gitarren-Exkursionen von Nick McCabe geradezu epischen Charakter. Der Refrain "Love Is Noise, Love Is Pain, Love Is This Blues I'm Singing Again", besitzt jenen monumentalen, sofort wieder erkennbaren Charakter, der "Bitter Sweet Symphony" zum Soundtrack der ausklingenden Neunzigerjahre gemacht hatte. Überhaupt nimmt Chef-Texter Richard Ashcroft in den zehn neuen Songs von "Forth" einmal mehr die Rolle der nach Wahrhaftigkeit suchenden Person ein, die die großen Fragen über den eigenen Mikrokosmos, das Universum und alles was dazwischen liegt, mit der ihr eigenen Sprachgewalt stellt. Wenngleich auch dringlicher als zuvor. Die Antwort auf die Frage, "Is There Anywhere Better Than Here?", in der von Piano und Streichern getragenen Mid-Tempo-Nummer "Rather Be", liefert er mit seinen drei Bandkollegen höchst selbst. Eine bessere musikalische Erfahrung als beim Hören von "Forth" kann man zurzeit einfach nicht machen. Die perlenden Gitarren und der Upbeat-Rhythmus von "Judas" führen zunächst mit ihrer, im besten Sinne, leichten Bekömmlichkeit, auf eine falsche Fährte, denn wenn das Tempo zum Ende hin anzieht, nehmen die Saiten-Hiebe von McCabe geradezu manische Züge an. Wessen Gemütszustand bis hierhin noch keinen euphorisierten Zustand angenommen hat, weil man dem neuen Verve-Album lauschen kann, wird spätestens von "Numbness" mitgerissen. Die langsame sechseinhalb Minuten-Nummer mit der Gitarren-Jam in der Mitte, präsentiert Ashcroft und Co. in ihrem sphärischen Bestzustand. "I See Houses" beginnt mit einer dramatischen Piano-Melodie, die in einem hymnenartigen Refrain mündet und klassische Ashcroft-Zeilen wie "How Many Lives Must I Waste, How Many Tears Must I Taste" enthält. "Noise Epic" gibt alleine schon im Titel die Route für den längsten und unvorhersehbarsten Song des Albums vor. Der Bass von Simon Jones übernimmt hier die Hauptrolle und präsentiert den Northern Soul, so wie The Verve ihn verstehen, in seiner bislang epischsten Form. In "Valium Skies" bricht sich die Sonne ihren Weg durch dunkle Wolken und ebnet dem romantischsten Song des neuen Albums seinen Weg. "Columbo" beginnt mit improvisierter Interaktion zwischen Bass und fast schon jazzartigen Drum-Beats im Can-Stil, ändert aber mittendrin sein Tempo und seine Struktur. "Appalachian Spring" beendet das neue Album mit einer äußerst optimistischen Note und unterstreicht den Verdacht, dass die Hoffnung das allübergreifende Thema von "Forth" ist. Wer es bis hierhin noch nicht festgestellt hat, wird spätestens bei diesem Song spüren, dass man es bei den wiedervereinten The Verve mit einer Band zu tun hat, der es im Jahr 2008 besser geht, als die meisten ihrer Fans zu hoffen gewagt hatten.

Folgerichtig, denn die vier Band-Charaktere haben ihre individuellen Befindlichkeiten, die der Langlebigkeit von The Verve in den Neunzigerjahren
eher weniger zuträglich waren, längst via diverser Solo-Aktivitäten neutralisiert. Die Experimente mit psychedelischen Drogen gehören ganz offensichtlich der Vergangenheit an, aber die vier rastlosen Seelen kreieren im Kollektiv immer noch vor allem Musik, die ihre eigenen Gemüter und die ihrer Zuhörer mit einer gewissen Transzendenz aus dem Alltäglichen entführt. Ihre berühmt-turbulente Chemie ist nach wie vor intakt, wie die Qualität der neuen Songs beweist. Wohin sie ihr Folgen des Lustdiktats tragen wird, kann nicht mal die Band selbst sagen. Aber für den Moment zählt vor allem die Tatsache, dass es zurzeit kein aufregenderes Audioerzeugnis als das neue Verve-Album "Forth" gibt.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

"FORTH"

Es gibt kreative Zeitgenossen, die sich nur weiterentwickeln können, wenn sie ihr Schaffen und sich selbst regelmäßig kritischen Bestandaufnahmen unterziehen. Mitunter sogar ohne Rücksicht auf den Verlust der eigenen Kreativbande. Und sei es auch nur, um anschließend auf höherem Niveau weiter zusammen arbeiten zu können. Die nordenglische Band The Verve löste sich erstmals 1995, knappe sechs Jahre nach ihrer Gründung auf. Aus der anschließenden Reunion resultierten zwei Jahre später, 1997, mit dem Album "Urban Hymns" und der Single "Bitter Sweet Symphony", die beiden bislang größten Erfolge der Band um Kreativkopf Richard Ashcroft. Weitere 24 Monate später, 1999, verkündeten die vier Musiker endgültig das Ende der Existenz von The Verve. Der Spaß am eignen Klangkörper war trotz massiv gestiegenen, weltweiten Zuspruchs auf der Strecke geblieben und statt weiter Öl in die heißgelaufene Hit-Maschine zu gießen, ging man musikalisch getrennte Wege. Was für die zahllosen Verve-Fans ein Grund zum Trauern war, erschien der Band nur logisch. Schließlich hatte man sich 1989 erstmals zusammen getan um rein nach dem Lustprinzip die Musik zu machen, die den perfekten Nährboden für Richard Ashcrofts öffentlich gemachte, bittersüße Skizzierungen des Lebens in der modernen Zivilisation bot.

Das alles schien zehn Jahre lang Geschichte gewesen zu sein. Zehn Jahre, die dem Pop-Mythos The Verve freilich keinen Abbruch taten. Umso größer und überraschender platzte in den Pop-Herbst 2007 die sensationelle Nachricht, dass The Verve erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt wieder in Originalbesetzung ein Konzert in Glasgow geben wollten. Im November 2007 schloss sich zuerst eine komplette, binnen 20 Minuten ausverkaufte Tour durch englische Theater und später durch die großen Arenen des Landes an. Vor enthusiastischem Publikum testete das Quartett dabei sogar neues Songmaterial. Jetzt, neun Monate und etliche gespielte Festival-Gigs später, in denen die neuen Songs weiter Form annahmen, veröffentlichen die vier Engländer mit "Forth" ein neues Studioalbum, das eindrucksvoll beweißt, zu welch brillanten kreativen Höhenflügen das strikte Folgen des Lustdiktats führt.

Schon das erste Hören der zehn neuen Songs stellt unmissverständlich klar, dass das Comeback von The Verve ein Ziel verfolgt, das weit über den vermeintlichen Wunsch, die Charts zu stürmen, hinaus reicht. Vielmehr ist "Forth" das Testament einer Band, die ihrem eigenen künstlerischen Anspruch unbedingt gerecht wird. Mit der Gewissheit, ohnehin kein "Urban Hymns II" abliefern zu wollen, schuf das Musiker-Kollektiv eine Songsammlung, die von der bisherigen Bandkarriere profitiert und das Hauptaugenmerk trotzdem auf eine viel versprechende, gemeinsame musikalische Zukunft richtet. So erstaunt es auch nicht, dass Bassist Simon Jones das selbstproduzierte "Forth" für das beste Album der kollektiven, wie auch der individuellen Karrieren der Verve-Mitglieder hält. Nicht zuletzt, weil man ganz bewusst auf jegliche Nostalgie bei der Studioarbeit verzichtet hat. Dennoch werden sich langjährige Fans der Band beim Song "Sit And Wonder" an die frühen Verve erinnert fühlen. Das Resultat einer halbstündigen Jam-Session eröffnet nach unzähligen Live-Tests nun in Form eines feinen Destillats das neue Album "Forth". Die komplette Band präsentiert sich in diesem mehr als würdigen, energetischen Opener als hervorragend auf einander eingespielte Einheit, während Ashcrofts eindringliche Falsett-Einlagen fulminant klarstellen, dass die interne Verve-Welt zweifellos wieder ins Lot gebracht worden ist.

Die erste Single von "Forth", "Love Is Noise", wird in der Album-Version extensiviert und erhält durch die addierten Gitarren-Exkursionen von Nick McCabe geradezu epischen Charakter. Der Refrain "Love Is Noise, Love Is Pain, Love Is This Blues I'm Singing Again", besitzt jenen monumentalen, sofort wieder erkennbaren Charakter, der "Bitter Sweet Symphony" zum Soundtrack der ausklingenden Neunzigerjahre gemacht hatte. Überhaupt nimmt Chef-Texter Richard Ashcroft in den zehn neuen Songs von "Forth" einmal mehr die Rolle der nach Wahrhaftigkeit suchenden Person ein, die die großen Fragen über den eigenen Mikrokosmos, das Universum und alles was dazwischen liegt, mit der ihr eigenen Sprachgewalt stellt. Wenngleich auch dringlicher als zuvor. Die Antwort auf die Frage, "Is There Anywhere Better Than Here?", in der von Piano und Streichern getragenen Mid-Tempo-Nummer "Rather Be", liefert er mit seinen drei Bandkollegen höchst selbst. Eine bessere musikalische Erfahrung als beim Hören von "Forth" kann man zurzeit einfach nicht machen. Die perlenden Gitarren und der Upbeat-Rhythmus von "Judas" führen zunächst mit ihrer, im besten Sinne, leichten Bekömmlichkeit, auf eine falsche Fährte, denn wenn das Tempo zum Ende hin anzieht, nehmen die Saiten-Hiebe von McCabe geradezu manische Züge an. Wessen Gemütszustand bis hierhin noch keinen euphorisierten Zustand angenommen hat, weil man dem neuen Verve-Album lauschen kann, wird spätestens von "Numbness" mitgerissen. Die langsame sechseinhalb Minuten-Nummer mit der Gitarren-Jam in der Mitte, präsentiert Ashcroft und Co. in ihrem sphärischen Bestzustand. "I See Houses" beginnt mit einer dramatischen Piano-Melodie, die in einem hymnenartigen Refrain mündet und klassische Ashcroft-Zeilen wie "How Many Lives Must I Waste, How Many Tears Must I Taste" enthält. "Noise Epic" gibt alleine schon im Titel die Route für den längsten und unvorhersehbarsten Song des Albums vor. Der Bass von Simon Jones übernimmt hier die Hauptrolle und präsentiert den Northern Soul, so wie The Verve ihn verstehen, in seiner bislang epischsten Form. In "Valium Skies" bricht sich die Sonne ihren Weg durch dunkle Wolken und ebnet dem romantischsten Song des neuen Albums seinen Weg. "Columbo" beginnt mit improvisierter Interaktion zwischen Bass und fast schon jazzartigen Drum-Beats im Can-Stil, ändert aber mittendrin sein Tempo und seine Struktur. "Appalachian Spring" beendet das neue Album mit einer äußerst optimistischen Note und unterstreicht den Verdacht, dass die Hoffnung das allübergreifende Thema von "Forth" ist. Wer es bis hierhin noch nicht festgestellt hat, wird spätestens bei diesem Song spüren, dass man es bei den wiedervereinten The Verve mit einer Band zu tun hat, der es im Jahr 2008 besser geht, als die meisten ihrer Fans zu hoffen gewagt hatten.

Folgerichtig, denn die vier Band-Charaktere haben ihre individuellen Befindlichkeiten, die der Langlebigkeit von The Verve in den Neunzigerjahren
eher weniger zuträglich waren, längst via diverser Solo-Aktivitäten neutralisiert. Die Experimente mit psychedelischen Drogen gehören ganz offensichtlich der Vergangenheit an, aber die vier rastlosen Seelen kreieren im Kollektiv immer noch vor allem Musik, die ihre eigenen Gemüter und die ihrer Zuhörer mit einer gewissen Transzendenz aus dem Alltäglichen entführt. Ihre berühmt-turbulente Chemie ist nach wie vor intakt, wie die Qualität der neuen Songs beweist. Wohin sie ihr Folgen des Lustdiktats tragen wird, kann nicht mal die Band selbst sagen. Aber für den Moment zählt vor allem die Tatsache, dass es zurzeit kein aufregenderes Audioerzeugnis als das neue Verve-Album "Forth" gibt.

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