Dies ist einer von drei Hammer-Horrorfilmen, die sich der Erzählung "Carmilla" von Sheridan Le Fanu aus dem Jahre 1872 annehmen. Da somit der Film ca. 25 Jahre früher angesiedelt ist als die Dracula-Reihe, erhält er durch die abweichende Ausstattung und durch andersartige Kostüme eine ganz eigene und erfrischend abwechslungsreiche Atmosphäre. Aufgrund der Thematik und auch weil die Hammer-Studios der in den 70ern mittlerweile etwas veränderten Filmlandschaft Tribut zollten, rückt dieser Film den Faktor der (lesbischen) Vampir-Liebe sehr deutlich in den Vordergrund. So sieht man so manches mal Schmusereien zwischen den weiblichen Akteurinnen und so manchen blanken Busen. Da der Film sich dies aber zum Thema gemacht hat, kann man es den Filmemachern nicht wirklich als reißerisch oder überflüssig vorwerfen. So funktioniert "Gruft der Vampire" (dt. Titel) in dieser Hinsicht viel besser als die Dracula-Reihe, in welcher die Erotik nicht derart im Vordergrund steht.
Ein nettes Detail am Rande: Ferdy Mayne, der in "Tanz der Vampire" den Ober-Beißer Graf Krolock darstellt, wird hier zur Abwechslung selbst von einem Vampir gebissen.
Da es leider den Film in Deutschland nicht auf DVD gibt, muss man auf diese englische Ausgabe zurückgreifen, denn auch im Fernsehen wird dieser etwas unbekanntere Hammer-Klassiker nie gezeigt. Ein kleiner Wermuts(Weihwassern?)tropfen: Das Bild wird leider nur in 4:3 präsentiert, und es fehlen jegliche Extras. Dennoch: sehr sehenswert.