Eigentlich hätte dieses Buch ebenfalls "Predictably Irrational" heißen müssen, denn es geht keineswegs um die "Upside" unserer Unvernunft. Aber nach dem Erfolg des Erstlings sollte offenbar schnell ein Nachfolger her, der die vermeintlich fehlende Seite ergänzt. Nun, wer sich dieses Buch zulegt, um die Vorteile und Stärken der Unvernunft kennen zu lernen, der wird ganz gewiss nicht auf seine Kosten kommen (und sollte sich lieber die "Bauchentscheidungen" von Gerd Gigerenzer kaufen). Dennoch finde ich dieses Buch sehr lesenswert. Es ist eben mehr eine Fortsetzung von "Predictably Irrational". Wer das Buch kennt, dem wird manches vertraut vorkommen. Dennoch finde ich das Buch lesenswert. Vor allem wegen der sehr persönlichen Einlassungen des Autors. Und es ist einfach auch gut geschrieben. Manche Punkte haben mich nicht so ganz überzeugt - gerade im ersten Kapitel ("Paying more for less"). Dort wird ein (durchaus interessantes) Laborexperiment vorgestellt: Die Versuchspersonen lösten die Aufgaben SCHLECHTER, wenn sehr viel Geld zu gewinnen war. Sie gerieten nämlich unter enormen Stress, was sich sehr negativ auf ihre Leistung auswirkte und auf ihr Selbstbild (sie waren unzufrieden mit sich selbst und hielten sich für Versager). Ich habe meine Zweifel, ob sich diese Situation auf die von Managern übertragen lässt, die durch extrem hohe Bonuszahlungen zu mehr Leistung "motiviert" werden sollen (wohlverstanden, es gibt gute Gründe GEGEN hohe Boni; aber das Experiment gibt über diese Frage wenig Aufschluss). Doch dass man sich immer wieder mit dem Buch auseiandersetzt, ist ja auch seine Stärke. Zwischen drei und vier Sterne. Weil "Zap" nur drei gegeben hat, verteile ich guten Gewissens vier.