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Bei der Besetzung des Filmes ging de Palma keine Kompromisse ein. Wollte das Studio einen Star für die Hauptrolle, entschied sich der Regisseur für den seinerzeit vollkommen unbekannten Kevin Costner. Auch die Besetzung Al Capones mit Robert de Niro (der sich für die Darstellung des Gangsterbosses über 30 Kilo Übergewicht anfutterte und sich sogar die Original-Capone-Unterwäsche fertigen ließ, um sich in die Person des Mafiapaten hineindenken zu können), war nicht unumstritten, galt de Niro in dieser Phase seines Schaffenswerkes doch als Kassengift. Lediglich für die Rolle des Jim Malone, eines aufrechten, schottisch-stämmigen Polizisten und Verbündeten von Ness, engagierte de Palma einen Weltstar: Sean Connery -- der für seine Darstellung prompt mit dem Oscar für die beste Nebenrolle ausgezeichnet werden sollte.
Die Geschichte ist eigentlich weitgehend bekannt: Al Capone regiert Chicago. Mit dem wahrscheinlich unsinnigsten Gesetz der amerikanischen Geschichte, der Prohibition, ist es der Regierung gelungen, aus einem kleinen Straßengangster einen der mächtigsten Männer der USA zu machen. Die Prohibition verbietet den Verkauf und Genuss von Alkohol. Al Capone hat in gewisser Weise nichts anderes getan, als den Menschen zu geben, was sie wollten. Und sie wollten nun einmal Schnaps! Der Schmuggel über die kanadische Grenze hat ihn schließlich zu einem Milliarden schweren Geschäftsmann gemacht, der mit seinem Einfluss die Politik Chicagos bestimmt. Ihm auf den Fersen befindet sich Elliot Ness. Nimmt Capone Ness zu beginn nicht ernst, ja gelingt es ihm sogar recht schnell, seinen Jäger der Lächerlichkeit preiszugeben, ändert er seine Meinung, als Ness erste Erfolge im Kampf gegen den Gangsterboss erzielt.
De Palma zeigt Ness nicht als einen Heiligen. Ness ist ein Mann, der seinen Job macht. Er ist zum Beispiel kein Freund der Prohibition. Doch sie ist nun einmal ein Gesetz. Und sein Job ist es, das Gesetz zu vertreten. Dass er dafür selbst immer wieder Gesetze brechen muss, ist eine traurige Tatsache, der er sich eines Tages stellen muss. Mit legalen Mitteln zumindest ist Capone nicht beizukommen. Und so setzt Ness am Ende selbst einige Mittel ein, die nicht wirklich als legal zu betrachten sind (so erpresst er beispielsweise einen Richter mit kompromittierenden Bildern, die in Wahrheit gar nicht existieren).
De Palma steigert die Spannung seines Gangster-Epos teilweise bis ins Unerträgliche. Die Jagd auf Capone entwickelt sich zu einer Jagd auf Leben und Tod, bei dem nicht nur Gangster auf der Strecke bleiben. Der Showdown am Chicagoer Hauptbahnhof -- fast vollständig in Zeitlupe inszeniert -- gilt bis heute als eine der beeindruckendsten Actionsequenzen, die jemals in Hollywood inszeniert worden sind.
Die Unbestechlichen -- The Untouchables ist die gelungene Synthese aus perfekter Visualität und einer großen Geschichte, getragen von brillanten Hauptdarstellern. Kurzum: ein Meisterwerk des Gangsterkinos. --Christian Lukas
'Newsweek' nannte "The Untouchables" den '...besten Mafia-Film seit "Der Pate" ', dem ist argumentativ wenig entgegenzusetzen (vielleicht erreicht "The Untouchables" bei Cineasten nicht ganz jene epische Breite des Paten), seinen Höhepunkt erreicht der Film zweifellos bei der Schießerei am Bahnhof, die nicht nur ein Musterbeispiel an Cheoreografie, Kamera- und Schnittechnik (wo hat man solche Bilder sonst noch gesehen? Allein von Hitchcock's legendärer Dusch-Sequenz aus "Psycho" werden dieses Momente übertroffen) sowie Sounddesign darstellt, sondern in ganz trefflicher Weise die legendäre
Treppensequenz aus Sergej Eisensteins "Panzerkreuzer Potemkin" zitiert (was auch den Matrosen im Bild erklärt). Da wird der Betrachter eins mit dem Rausch der Bilder, kann sich dem Sog der Geschwindigkeit nicht entziehen, versinkt in der Tiefe des Cinemascope-Bildes. Präzise wie ein Uhrwerk, emotionell wie ein Ausbruch der Gefühle, arrangiert mit absoluter Virtuosität.
Paramount hat mit dieser Neuauflage erstklassige Arbeit geleistet, was das digitale Mastering des Filmes anbelangt: Perfekte Schärfe, knallige und satte Farben in warmen Tönen dominieren das Cinemascope-Bild, die als visuelles Stilmittel eingesetzten 'travelling zooms' und in einigen Sequenzen abstrakten Kameraeinstellungen von Kameramann Stephan H. Burum verdichten die Atmosphäre des zwei Stunden langen Epos ebenso wie die kongeniale orchestrale Filmmusik von Ennio Morricone.
Nach der lausigen Erstauflage dieser DVD hat sich Paramount eines besseren besonnen und ergänzt mit diesem Re-Release den oppulenten Film mit einem "Making of..." und weiteren Dokumentationen über die Entstehung und Arbeiten am Set von "The Untouchables": Endlich wird diese Veröffentlichung der Leistung des Regisseurs gerecht. Fantastich auch, daß der Film in einem hübsch designtem Digipak daherkommt, das auch ein aufklappbares Poster beinhaltet. Der moderate Preis rechtfertigt dann auch den Kauf für all jene, die schon die Erstauflage der DVD besitzen.
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