Diese Doppel-CD enthielt 2003 Joe Cockers Hits von seinem Durchbruch mit With a little Help from my Friends 1968 bis zur damals aktuellen Platte "Respect yourself" (2002). Die hier enthaltenen Hits seiner zweiten Karriere-"Hälfte" (ab 1982) überschneiden sich zu großen Teilen mit denen auf "The Best of Joe Cocker" (1992) und "Greatest Hits" (1998). Von einigen wurden die Single-Edits verwendet.
Der Titel ist allerdings leicht irreführend: es sind sicherlich Cockers größte Radiohits zu finden; "ultimate" hätte für mich aber bedeutet, auch ein paar wichtige Albumtitel einzuschließen, und außerdem werden hier einige Alben komplett übergangen: "Something to say" ('72), "Jamaica say you will" ('75), "Stingray" ('76), "Luxury you can afford" ('78), "Live" ('90) sowie "Organic" ('96 - diese allerdings mit meiner herzlichen Zustimmung). Die Siebziger sind also mit drei Titeln deutlich unterrepräsentiert.
Ich vermisse Don't let me be misunderstood von seinem ersten Album, High Time we went ('71) und Shelter me ('85). Und fehlt, der Vollständigkeit halber, nicht auch Tonight ('97)? Die Krönung wäre noch die '89er Live-Version von With a little Help from my Friends gewesen.
Der Schwerpunkt von CD 1 (1968-1994) liegt auf den Sechzigern und Achtzigern, der von CD 2 (1982-2002) auf den Neunzigern, wobei die wilden Zeitsprünge oft für Unterhaltung und Abwechslung sorgen: witzig sind die leichten Brüche im Sound, die sich ergeben, wenn z. B. ein unbekümmert holpernder, ungeschliffener Rocker wie She came in through the Bathroom Window ('69) auf eine relativ geleckte Radioproduktion wie Don't you love me anymore von 1986 folgt. Letztendlich ist es ja sowieso Joes unverkennbares Organ, das alles zusammen hält.
Das Booklet beschränkt sich auf ein paar Zeilen Text und die Titelangaben (mit leichten Ungenauigkeiten bei den Erscheinungsjahren), und der Sound ist klasse remastert (obwohl Night Calls mit einem kleinen Masteringfehler beginnt). Dies ist die einzige CD (abgesehen vom 4-CD-Box-Set "The long Voyage home"), die Joe Cockers gesamte Karriere zusammen fasst. Mit ein klein wenig mehr Sorgfalt und unter Nutzung der Laufzeit einer (resp. zweier) CDs hätte sie den Titel "ultimate" verdienen können. Einen abwechslungsreichen Einstieg und Überblick für Interessierte und Fans stellt sie aber allemal dar.
Ein Bonbon für Sammler ist die sehr dynamische und atmosphärische Live-Version von Ruby Lee (wahrscheinlich live im Ritz, 1987), die 1989 nur auf der When the Night comes-Maxi zu finden war.