Over the Rhine wurden im Frühjahr 1989 von Linford Detweiler (Bassist, Pianist und Gittarist) und Karin Bergquist (Sängerin und Gitarristin) in Ohio gegründet. Benannt haben sie sich nach der gleichnamigen, berühmten Nachbarschaftssiedlung in Cincinnati, Ohio. Inzwischen sind die Protagonisten nicht nur als Musiker ein Paar sondern auch im wahren Leben sind Detweiler und Bergquist ein Ehepaar.
Over the Rhine haben bereits unzählige Alben veröffentlicht (es sind etwa 10 oder so) und als Supportband für Größen wie Bob Dylan fungiert. Ihr erstes Album, "Till We Have Faces", haben sie 1991 in Eigenregie herausgebracht. Seitdem sind einige Jahre und ebenso viele Alben ins Land gezogen ohne das mir die Band jemals untergekommen wäre. Aber mit ihrem jüngsten Studioalbum "The Trumpet Child" haben sie genau meinen Nerv getroffen. Sie verbreiten mit ihrem sehr akkustischen und noch emotionaleren Sound eine bemerkenswerte Freitagnachmittag-Zeit-für's-Wochenende-Stimmung. Es geht los mit einem grundsätzlichen Statement: "I Don't Wanna Waste Your Time" und wie es dann im Text weiter heißt "With Music You Don't Need / Why Should I Autograph The Book / That You Won't Even Read ..." - und man hat schnell herausgefunden, dass einem diese Musik nicht die Zeit raubt, sondern zum Verweilen, Genießen und Entspannen auffordert. Musikalisch lässt sich das Ganze am besten unter bittersüßer Folk-Pop (irgendwo zwischen Americana, Folk und Barroom Jazz) zusammenfassen. Einen Song hervorheben möchte ich nicht, da alle Songs das gewisse Etwas haben, gute Geschichten erzählen oder Statements enthalten. Ein Album mit Tiefgang und wer die Band für sich entdeckt hat, der möchte alle Alben von ihr besitzen.