Ich habe "The Trip" zuerst in der Kinofassung gesehen und war gleichzeitig irritiert wie positiv überrascht. Einerseits erzählt der Film eine völlig unspektakuläre Reise zweier Männer in den Norden Englands, um dort Restaurants zu testen. Beide machen "irgendetwas mit Medien", arbeiten als Journalisten, Stimmenimitatoren im Radio, Schauspieler, durchaus jeder für sich mit bescheidenem Erfolg, aber ohne den großen Durchbruch. Interessant ist hierbei, wie beide mit ihrer beruflichen und privaten Situation umgehen, der eine eher ein Familienmensch mit immer noch vorhandenem Esprit im Sexualleben, der andere auf momentaner Distanz zu seiner jüngeren Freundin und gelegentlichen One-Night-Stands. Beide können sich einerseits nicht leiden, harmonieren aber im nächsten Moment großartig, wenn sie auf der Autofahrt singen oder Schauspieler imitieren. Dazu kommen geniale Dialoge um die verköstigten Speisen und unausweichlich immer wieder weitere Imitationen. Hier ist es auch kein Nachteil, daß der Film offenbar noch nicht synchronisiert wurde (wenn das überhaupt geht), denn die Komik, die sich bei nahezu perfekten Imitationen von Stars wie Michael Caine, Al Pacino oder Sean Connerey ergibt, ist vermutlich nur im Original so einzigartig. Der Film endet, wie er beginnt und die meiste Zeit dazwischen ist, unspektakulär. Trotzdem empfindet man keine Längen und es macht Spaß sich die einzelnen Episoden (die Kinofassung war vermutlich deutlich gekürzt) anzuschauen.