Und wieder mal eine CD aus der Kategorie "1.000 mal berührt...1.000 mal ist nichts passiert!". Denn ich habe wirklich unzählige Hördurchläufe gebraucht, bis ich endlich die Klasse des neuen Albums von GOD DETHRONED erkannt hatte. Asche über mein Haupt...und Schande über mich. Aber besser spät als nie.
Denn auch auf "The toxic touch" bieten die vier Niederländer jedem eingefleischten Death/Thrash-Fan, was er verdient. Im Vergleich zum Albumvorgänger "The lair of the white worm" hat sich eigentlich nichts großartig an der musikalischen Marschrichtung von GOD DETHRONED geändert. Naja, zumindest fast nichts !!! Denn man ist einfach noch ein kleines Quäntchen besser geworden. Und das in jederlei Hinsicht. So einfach ist das...
Denn auch neue Übersongs wie z.B. der Opener "Faithless / Hating life" , "Macabre world" oder "Falling down" sind reinrassige Thrash-Granaten, wie sie KREATOR oder DEFLESHED nicht besser hätten komponieren können. Unbarmherzig, pfeilschnell und mordsmäßig heavy !!! Doch auch auf "The toxic touch" ist Tempo nicht alles. Denn es sind vor allem die abwechslungsreichen Songs, die gekonnt zwischen Speed und groovigem Mid-Tempo hin und herpendeln. Hierbei seien vor allem die geilen "Away from emptiness" , "2014" und "On wings of pestilence", welches übrigens mit einer dezenten Black Metal-Harmonie aufwartet, genannt. Auffallend ist aber zugleich auch, wie viel Melodien GOD DETHRONED mittlerweile in ihre Songs einfließen lassen. So findet sich unter den insgesamt 10 Songs kein einziger, der nicht irgendwann durch eine ausgefeilte Gitarren-Melodie "aufgepeppt" wird. Dies wird besonders offensichtlich, wenn die Band etwas vom Gaspedal geht , wie z.B. beim ruhigen Instrumental "The day you died", das im Mittelpart beinahe schon Einflüsse von DREAM THEATER erahnen lässt. Zudem wird jeder einzelne Song von einem Keyboard untermalt, welches aber zu keiner Zeit in den Vordergrund rückt, sondern die Songs lediglich sphärisch unterstützt.
"The toxic touch" wurde übrigens in den ostfriesischen "Soundlodge"-Studios von Produzent Jörn Uken - der u.a. auch schon für OBSCENITY, MEPHISTOPHELES und DEW SCENTED produziert hat - mit einem absolut glasklaren und druckvollen Hammersound veredelt. Und jetzt wird es ein klein wenig kurios...denn nebenher spielt Jörg Uken selbst noch Schlagzeug bei den norddeutschen Gothic-Metallern MANDRAKE. Dies mag vielleicht noch nichts besonderes sein. Allerdings haben GOD DETHRONED mit dem coolen "Typhoid mary" selbst eine reinrassige Gothic-Nummer am Start, die genauso auf jedem Album von MANDRAKE ("Calm the seas" , "The balance of blue") hätte stehen können.
Nun aber nicht vom Thema abkommen...denn das allerbeste hat sich die Band zum Schluß aufgehoben. Mit dem sensationellen "Fail to exist" haben die Niederländer nämlich den besten Death Metal-Song des Jahres parat. Eine Mid-Tempo-Abrissbirne, die nicht nur wegen der brilliant majestätischen Gitarrenleads, in bester BOLT THROWER-Tradition steht. Ein Ohrwurm par excellance, der zum absolut besten gehört, was man in diesem Genre seit Jahren gehört hat !!! So, und bevor dieser Text die zulässigen 1.000 Wörter überschreitet, sage ich nur noch eines:
K A U F E N ! ! ! ! ! !