Die 1985 mit dem Oscar geehrte Doku "The Times of Harvey Milk" beschreibt kurz den Werdegang Milks und dann hauptsächlich seine politische Tätigkeit in San Francisco, wohin er in den 70'ern aus New York übersiedelte und in der Castro Street zusammen mit seinem Lebensgefährten ein kleines Photogeschäft eröffnete.
Milk, der sich in dieser Zeit als homosexuell outete, bemühte sich früh um ein politisches Amt in San Francisco. Nach einer Gesetzesänderung, die ein Wählen der Abgeordneten in und vorallem für einzelne Destrikte vorsah, wurde Harvey Milk 1977, als erster bekennender Gay Activist, in den Stadtrat San Franciscos (als für seinen District zuständigen City Supervisor) gewählt.
Nach 11 Monaten im Amt wurde Milk am 27. November 1978 zusammen mit dem liberalen Bürgermeister George Moscone von Dan White, einem anderen City Supervisor ermordet. Der Tat voran gingen permanente Spannungen des liberalen, demokratischen und des Widerstand leistetenden konservativen Flügels innerhalb des Stadtrats von San Francisco. Der Tat folgten ein wohl einzigartiger, stummer Trauerzug, ein Lichter-Meer und später Unruhen, als Reaktion auf ein unverständlich mildes Gerichtsurteil für den Vorzeige-Amerikaner und ehemaligen Feuerwehrmann Dan White.
Die Doku verwendet Orginalaufnahmen/Interviews/Debatten, die das Schaffen Harvey Milks in San Francisco zeigen; dazwischen kommen Zeitzeugen und Begleiter in Interviews zu Wort. Bild/Ton sind gut. Eine angenehme, charismatische Stimme als Kommentar begleitet durch die englisch gesprochene Doku mit deutschen Untertiteln.
Harvey Milk kämpfte um die Würde und das Recht des einzeln, anders zu sein. Sich nicht dafür schämen oder verstecken brauchen. Nicht dafür geächtet werden. So kämpfte er eigentlich nicht nur für die Aussenseiter einer Gesellschaft, sondern für uns alle.
Und das ist gut so.