... man sollte nicht alles glauben, was ein von mir an sich sehr geschätzter Chefredakteur eines bekannten deutschen Metalmagazins dazu schreibt. Dessen Review zu dieser Platte ist dermaßen mit Superlativen überfrachtet, dass es schon fast lächerlich wird. Vor diesem Hintergrund ist es etwas schwierig, sich der Platte einigermaßen unvoreingenommen zu nähern, obwohl ich diese Stilrichtung eigentlich mag.
Im Prinzip spielen TDB Rockmusik, die knietief in den 60ern/70ern verwurzelt ist.
Die Gitarren unternehmen zwar auch hin und wieder mal Ausflüge in Richtung etwas härterer Gefilde (alte KISS, ganz alte Judas Priest), aber das Fundament ist Rockmusik, kein Metal. Die Produktion ist angenehm unmodern und passt somit gut zum Songmaterial, ebenso wie der weibliche Leadgesang.
Richtig gut gefallen mir TDB, wenn sie ordentlich grooven und ihre Songs mit tollen Gitarrensoli anreichern. Dann rockt die Scheibe ordentlich und hat mit She, The Thousandfold Epicentre und Fire Burning auch ein paar richtige Hits am Start.
Wenn sie dieses Niveau über die ganze Albumsdistanz halten könnten, wären sicher 4 oder gar 5 Sterne drin gewesen, aber leider fällt die Platte gegen Ende stark ab und driftet in Richtung Space Rock davon.
Da gibt's dann überwiegend spaciges Gitarren- bzw. Synthiegewaber, ein bisschen Gitarrengeklimper und entrückten Gesang.
Vielleicht muss man dazu was eingeworfen haben oder es ist toll zum Chillen nach dem anstrengenden Ziegenschlachten beim satanistischen Ritual, keine Ahnung. Mir gibt das dann nicht mehr so viel
In diesem Zusammenhang ein paar Worte zum Textkonzept:
Ob die satanistische Weltanschauung, die hier demonstriert wird, Ernst gemeint ist oder eher Marketingzwecken dient, kann ich nicht beurteilen. Allerdings ist mir das aber auch ziemlich egal, da ich für derlei Hokuspokus nicht empfänglich bin. Aber wer heute noch glaubt, damit provozieren oder schockieren zu können, ist wohl nicht nur muskalisch in den 70ern hängen geblieben. Außerdem wundere ich mich dabei, dass die Texte im Booklet auch diesmal wieder extrem schwer zu lesen sind, wenn doch die Botschaft so wichtig sein soll.
Ich kann verstehen, wenn man die Platte gut findet, ja sogar, dass man sich dafür begeistern kann. Sie aber als Meilenstein der Rockmusik zu verklären und TDB in den Rock Olymp zu den echten Göttern zu erhöhen, halte ich für einigermaßen vermessen. Vermutlich ist das satanistische Image doch nicht aufgesetzt und TDB haben besagten Chefredakteur mit einem finsteren Ritual in eine willenlose PR-Marionette verwandelt. Jetzt ist der arme Mann gezwungen, TDB bis ans Ende seiner Tage zu hypen, welch trauriges Schicksal. Ist aber nur so eine Theorie ;o)
Fazit: Ganz netter Okkultrock, aber man sollte nicht zu viel erwarten