Eine der wohl bekanntesten und erfolgreichsten Miniserien ist wohl "Dornenvögel", die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Colleen McCollough. Die Geschichte der unglücklichen Liebe der Meggie Cleary zu dem Priester Ralph de Bricassart, der im Konflikt zwischen Liebe und Kirchenkarriere steht, entpuppte sich weltweit als Quotenrenner.
Regisseur Daryl Duke und Drehbuchautorin Carmen Culver strichen einen großen Teil der umfangreichen Romanhandlung - anstatt der Saga um die Clearys legten sie den Schwerpunkt auf die Romanze zwischen Meggie Cleary und Pater Ralph de Bricassart, die im Roman nur eine Nebenhandlung bildet.
Aber auch die abgespeckte Version kann sich sehen lassen (obwohl ich einige Aspekte des Romans, wie einige Erlebnisse der Clearys vermißt habe).
Der TV-Film besticht mit wunderschönen Bildern, einer exzellenten Ausstattung und herrlicher Musik von Kinolegende Henry Mancini ("Breakfast at Tiffanys"). Am meisten allerdings beeindrucken die Darsteller. Mit der Rolle des innerlich zerrissenen Pater de Bricassart, die dem Schauspieler auf den Leib geschrieben zu sein schien, avancierte Richard Chamberlain zum TV-Frauenliebling. Auch Richard Kiley und Piper Laurie können in den Nebenrollen als Paddy Cleary und Anne Mueller überzeugen. Glanzlichter allerdings setzt die exzellente Besetzung der Cleary-Frauen - Hollywood-Altstar Barbara Stanwyck als knallharte Matriarchin Mary Carson, die 100prozentig überzeugende Rachel Ward in der Rolle der Meggie Cleary, Mare Winningham als Meggies Tochter Justine O'Neill und besonders die ewig unterschätzte Jean Simmons als Fiona Cleary.
Dornenvögel ist ein herrliches Fernseherlebnis! Allerdings: Taschentücher bereithalten - bei Dane O'Neills letzter Heimkehr nach Drogheda im Sarg muß ich auch nach mehrmaligen Sehen immer wieder heulen! ;-)