Eine sehr interessante Band.
Ein 22 jähriger Gitarrist, der wie Jimi Hendrix spielt, ein Bassist und sein Sohn Kurtis an den Drums. Das ist eine eher seltene Gemeinschaft, aber schön.
Was konnte man bisher von dreiköpfigen Rockgruppen erwarten ?
Gab ja so viele nicht. Die meisten sind zu viert oder (klassisch) zu fünft. "Grand Funk Railroad" (eine meiner Lieblingsbands) fallen mir da sofort ein. Rockspaßmacher erste Güte und gepflegte "Krachmacher".
Oder die deutsche Krautrockband Jeronimo. Na ja, auch noch ELP...
Aber das ist alles lange her.
Das heißt, je weniger Musiker, desto mehr Krach ? Nee...
"The Brew" sind eine reine klassische Bluesrock-Band. Gitarren und Schlagzeug. Das reicht für erstklassiges Rockfeeling. Und das im Jahr 2011, in dem uns immer noch in unzähligen Radiosendern Mainstream-Geplänkel und belangloses Zeug von Rihanna, Beyonce, Coldplay, Juli und Silbermond täglich bis zum Erbrechen vorgedudelt wird.
Beim ersten Hören dieser CD (durch Zufall) war ich geplättet. Hier mal eine Spur Jimi Hendrix (ja wirklich !), da mal ein bisschen "Free", und auch der gute alte Rory Gallagher würde wahrscheinlich, wenn er noch leben würde, gleich mit bei "The Brew" einsteigen, und schon hätten wir eine neue Supergroup.
Diese wären dann im Jahr 2011 "Black Country Communion", "Chickenfoot" und eben "The Brew".
"The Third Floor" ist ein vielseitiges, nach Frühsiebziger klingendes Bluesrockalbum, das auf der Stelle Spaß macht. Trotz Retro-Sound transferiert diese Band ihre Musik gekonnt in die heutige Zeit. Stellenweise erinnert der Gesang und der Sound auch ansatzweise an "Kings Of Leon". Irgendwie empfinde ich das so. Jedenfalls ein sehr intensives Album. Die Riffs lassen bestimmt auch junge Leute, die etwas Rockverständnis haben und nicht nur Hip Hop über MP 3 hören, aufhorchen.
Je öfter dieses Album im CD-Player rotiert, desto mehr wird einem bewusst, was hier für ein grandioses Werk vorliegt. Herausragend "Reached The Sky" und "The Third Floor" mit viel Sinn für Spätsechziger-Romantik vorgetragen oder die mit Led Zeppelin-Atem versehenen Tracks "See You Once Again" und "Hard Times". Und bitte nicht nach Track 11 einfach die CD stoppen. Es überrascht uns noch ein fulminantes langes Schagzeugsolo. Hervorragender druckvoller Klang.
So als stünde das Schlagzeug im Raum.
Der britische Blues-Rock lebt dank "The Brew" weiter.
Und "The Brew" zeigen, dass es auch anders geht als nur mit poliertem Mainstream für's Radio. Bravo !
Gekauft ! Nicht bereut.
5 Sterne.