Zugegeben, ich war skeptisch und wollte mir dieses Prequel zu einem SF - Horrorklassiker (der 1982 übrigens im Kino floppte)und Meisterwerk der Hochspannung eigentlich gar nicht zulegen. Ich habe es trotzdem getan, weil Carpenters Original einer meiner Lieblingsstreifen in diesem Genre ist und ich einfach neugierig war, wie sie die Vorgeschichte, die in Carpenters Version mehr als nur unheimlich angedeutet wird, nach nunmehr 30 Jahren erzählen würden.
Als ich mir damals (1982) Carpenters "The Thing"
Das Ding aus einer anderen Welt (Uncut) alleine im Kino angesehen habe (ich war der einzige (!) Besucher bei der damaligen Vorführung), wäre ich vor Angst beinahe gestorben (gefühlt jedenfalls). Ich glaube, ich habe mich danach in einem Film nie wieder so gefürchtet, wie während dieser Vorstellung. Das blieb im Gedächtnis haften. Selten habe ich in einem Film eine hoffnungslosere Atmosphäre des Schreckens erlebt. Ein klaustrophobisches Versteckspiel ohne Entkommen. Wer ist infiziert? Ein Chaos der totalen Zerstörung der eigenen Person, körperlich wie psychisch. Jeder könnte der Nächste sein. Furchtbar und packend. Unheimlich.
Und natürlich habe auch ich mich gefragt, was wohl zuvor in der Forschungsstation der Norweger Schreckliches oder Ähnliches passiert sein muss. Es wurde ja damals nur angedeutet und die eigene Fantasie - durch nur wenige, furchterregende Eindrücke und Bilder angestachtelt - tat Ihr Übriges dazu. Aber das war auch ein Grund, warum ich lange gezögert habe, mir dieses Prequel anzusehen. Wird die Fantasie bestätigt, das Unheimliche durch die Verfilmung entzaubert?
Nein, wird sie nicht. Ich war wirklich positiv überrascht. Die Stimmung des Prequels passt von Anfang an, das Prequel kam mir beinahe wie eine Kriminalarbeit vor, die sich an den im Vorgänger gelegten Indizien und Fakten vorarbeitet. Der Schrecken ist meiner Meinung nach nicht mehr so greifbar wie bei Carpenters Original und die Atmosphäre weniger dicht, was daran liegen mag, dass man eben weiß, was einen erwartet. Es ist ja nicht neu, dennoch hochinteressant und spannend gemacht. Wunderbar fand ich die Idee, die Darstellerriege mit "echten" Norwegern (die norwegische Schauspielelite trat beinahe geschlossen an) anzureichern, sie in ihrer Originalsprache spielen zu lassen und passend zu untertiteln. Das ist klasse anzusehen und verleiht dem Prequel eine Authentizität, die der Atmosphäre sehr zu Gute kommt, denn sie machen ihre Sache wirklich sehr gut und glaubwürdig. Über den Verlauf der Handlung war ich dann doch etwas überrascht (insbesondere was die weibliche Hauptrolle anging, da blieb doch etwas offen, oder?)
Die Effekte - eine Mischung aus CGI, Stunts und mechanischen Puppen - waren passend, teilweise eklig oder abschreckend (wie im Vorgänger auch). Aber sie waren modern - nicht so bahnbrechend wie zur damaligen Zeit - aber für die heutige Zeit sehr gut.
Der Vorteil an diesem Prequel... man kann es auch ansehen, ohne den Vorgänger zu kennen (dann ist es wahrscheinlich noch etwas spannender).
Dennoch fand ich die vielen Anspielungen und Details auf das Werk aus dem Jahre 1982 gelungen. Auch die Übergänge sind toll gemacht (... Aha Effekte).
Man merkt dem Film an, dass er von Menschen gemacht wurde, die Carpenters Meisterstück verehren. Sie haben ihre Sache hervorragend gemacht... Respekt, denn das war keine leichte Arbeit.
Die DVD Box und die Ausstattung sind gut. Bild und Ton erwartungsgemäß gut. An Extras gibt es zusätzliche Szenen, ein wirklich schönes "Making Of" mit Interviews und etwas über die Stunts und Trickeffekte zu bestaunen.
Fazit:
Spannend, interessant und sehenswert für alle Fans des klassischen SF - Horrors. Zu empfehlen für alle, die den Film von 1982 mochten und auch für jene, die Carpenters Film noch nicht gesehen haben (dies aber dann schleunigst nachholen sollten)... meine Empfehlung... erst Carpenter gucken... dann erst das Prequel, auch wenn Carpenters Film nahtlos anschließt. Ich gebe 5 Sterne, obwohl Carpenters Film m.E. stärker ist, weil es eine tolle Leistung ist, diese Vorgeschichte so spannend zu erzählen, ohne die Wirkung des Vorgängers zu verwässern.