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Der Film ist das Remake eines 70er Jahre Streifens (Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123) an den sich viele Actionliebhaber gerne erinnern werden. Ein verschollenes B-Movie Kleinod könnte man sagen, mit Walter Matthau und Robert Shaw in den Hauptrollen. Ging es im Original, das im übrigen auf einem Bestseller von John Godey basiert, noch ausschliesslich um Geld, ersetzt im Remake Rache das Motiv. Aber bis der Zuschauer zu den wahren Motiven des Bösewichts vordringt explodieren erst Mal jede Menge Autos – und das ist nicht negativ gemeint. War es nicht Quentin Tarantino der einmal recht nachvollziehbar meinte: ich sehe auf einer Kinoleinwand lieber ein explodierendes als ein parkendes Auto? Tony Scott hat ihn erhört!
Der brutale Gangster mit Fu-Manchu Bärtchen Ryder (John Travolta) hat mit seiner Gang eine vollbesetzte New Yorker U-Bahn entführt. Die Forderung lautet: 10 Millionen Dollar, zahlbar innerhalb einer Stunde. Ansonsten wird eine Geisel nach der anderen hingerichtet. Während sich in den Eingeweiden der Megastadt ein Drama abspielt versucht Fahrdienstleiter Walter Garber (Denzel Washington) verzweifelt den Kampf gegen die Zeit zu gewinnen um Menschenleben zu retten. Aber Garber ist weder Cop noch Verhandlungsexperte. Er ist Beamter der New Yorker Verkehrsbetriebe. Doch Ryder besteht hartnäckig darauf ausschliesslich mit Garber zu sprechen. Weshalb?
Die Beantwortung dieser Frage steht bei allem explosiven Drumherum im Mittelpunkt des Films. Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 ist also strenggenommen ein Kammerspiel, ein Psychokrieg zwischen zwei denkbar unterschiedlichen Figuren. Diese Tatsache verhilft dem Film und dem nervös-hysterischem Stil seines Regisseurs zur notwendigen Erdung und führt zu einem verblüffendem Ergebnis. Das oft als Oberflächenkino gescholtene Werk Tony Scotts erhält plötzlich Raum zum Atmen, die Spannungsflächen zwischen Actionsequenzen und Geiselverhandlungen wirken ausbalanciert und der pulsierende Rhythmus der Schnittsequenzen und des Soundtracks trifft auf die Intensität zweier grosser Schauspieler – John Travolta und Denzel Washinton. Und noch mehr: Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 ist auf einer zusätzlichen Ebene gerade im Abgleich mit seinem Original auch die Zustandsbeschreibung einer dynamischen Stadt und deren Veränderungspotential. War New Yorks U-Bahn System im Original noch ein quietschender, graffittibeschmierter Schrotthaufen, dominiert jetzt High Tech, sauber – aseptisch – glatt. Ist Bösewicht Ryder in seiner Selbstgerechtigkeit von der moralischen Überlegenheit seines Tuns überzeugt, bleibt er dennoch nur eine diabolische Ausgeburt, ein Symbol seiner Zeit: dem unverhohlenem Rausch nach Geld und Macht. Garber unterscheidet sich von ihm durch seine Entscheidungen. Irgendwie bringt der Beamte es fertig zwischen Überfluss und Korrumption seine Würde zu wahren. Wenn er in der letzten Einstellung des Films in seinem Vororthäuschen verschwindet ist es als ob er einfach nach einem harten Arbeitstag nach Hause kommt. Die Stadt ist gerettet, erneut. ---Thomas Reuthebuch
Moviemans Kommentar zur DVD: Das Remake ist kraftvoll und routiniert inszeniert, bietet jedoch keine neuen Ansatzpunkte, wohl aber eine technisch sehr hochwertige Neuversion mit einem geradezu brachialem Sound. Die Extras sind für den Fan erschöpfend durch 2 tolle Kommmentare von Leuten, die auch etwas zu sagen haben.
Bild: Der Film zeigt sich in brillanten, hochplakativen Farben. Etwas überzeichnet in der Sättigung, aber sehr ansprechend für dieses Genre. Details, wie z.B. kleinestatusbalken auf den Monitoren lassen sich noch erkennbar umrandet ausmachen. Für eine Blu-ray nicht bis ins letzte mögliche Quentchen, aber gegenüber einer DVD in jedem Fall im Vorteil. Die Bildstruktur ist ein wenig grobkörnig und es grieselt auch etwas durch den häufigen Einsatz von Steadycams, aber das wirkt wie beim Hören einer alten Schallplatte. Das Rauschen gehört irgendwie dazu und es stört schnell nicht mehr. Der Kontrastumfang ist vorbildlich. Gerade die verschieden tiefen Grauabstufungen.
Ton: Wow, die Musik zu Beginn des Filmes ist dermaßen dynamisch, das der eben noch gehörte G.I. Joe sich vor Scham in den Boden eingraben sollte. Dieser Film IST Dynamik pur, Adrenalin für die Ohren. Vorsicht vor zu großer Lautstärke für den Subwoofer, denn hier droht ernster Schaden. Aber auch jenseits wummernder Lautsprecher zeigt der Soundtrack sich in Höchstlaune. Das Trennen der Waggons bei 09.04 wird zum akustischen Ereignis. Im Grunde viel zu laut und übertrieben, aber hey, es ist halt ein Actionfilm! Hören Sie sich nur die dröhnenden Motorräder bei 01.0019 an! Von den hinteren Kanälen werden permanent Fahr-/ und Vorbeifahrgeräusche der U-Bahn eingestreut, wie man es selten in dieser Kraft und Direktionalität zu hören bekommt. Dialoge sind trotz dieser Höchstvorlagen immer und zu jeder Zeit klar und verständlich. Vorbildlich ist die Tonspur für Blinde, die leider nur in Englisch vorliegt.
Extras: Es gibt 2 brillante, wenn auch langweilig anzuhörende Audiokommentare. Untertitel machen das Verstehen deutlich einfacher. Das halbstündige Making of geht viel auf die stets und zunächst unmöglich erscheinenden Drehwünsche von Tony Scott ein. Diesmal trifft es New York, ihre U-Bahn und die ohnehin am Tage hoffnungslos verstopften Strassen. Leider ist das Making of nicht in Kapitel unterteilt. Die weiteren Extras, wie z.B. die Marketing-Featurette und der Cinechat sind überfüssig, einfach weil es uninteressant ist, bzw. bessere Möglichkeiten gibt. Wer will schon über einen Blu-rayplayer über einen Film chatten? --movieman.de
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