Diese Compilation beweist, dass man mit dem W-Logo nicht nur den Clan selbst (der ja immerhin schon aus neun ,bzw. zehn mit Cappadonna mitgezählt, Mitglieder besteht) auf Rechnung haben sollte; viele weitere "Familienmitglieder" können hier ihr Können unter Beweis stellen und werden dabei vor allem von RZA und Mathematics produktionstechnisch unterstützt. Dass Musik im Zusammenhang mit RZA gerne mit Samplen aus Kultfilmen verbunden wird (etwa die Low-Budget-Produktion "Die 36 Kammern der Shaolin"), dürfte bekannt sein, diesmal ist es ein Film, der den gleichen Namen wie diese Compliation trägt: The Swarm; und ein Bienensummen weitet sich wie ein Roter Pfaden über dieses Platte und verbindet quasi die einzelnen Tracks.
Die Produktion ist allgemein ziemlich düster gehalten, auf gewohnt hohen Niveau natürlich, schließlich war 1998 die Wu-Welt noch in bester Ordnung nach einem Klassiker und einem überaus starken Zweitling vom Clan selbst, sowie der ersten Welle von Solo-Alben. Natürlich sind diverse Wu-Rapper dabei, interessant sind aber die einzelnen Wu-Fam-Interpreten und -Gruppen, die hier in Erscheinung treten und von sich Werbung machen können. Dabei sind KillArmy und die Sunz of Man noch die bekanntesten, beide konnten im selben Jahr eigene eindrucksvolle Alben aufstellen (KillArmy auch schon ein Jahr zuvor, SoM hatte bereits Mitte der 90er exzellente Underground-Hits aufgestellt, die 1999 auf "The First Testament" zusammengefasst wurden). Etwas weniger bekannt waren North Star und Wu-Syndicates, letztere Gruppe konnte ebenfalls ein Jahr später ein ordentliches Debut hinlegen. Ziemlich unbekannt dürfte auch der jüdische Rapper Remedy gewesen sein, der mit "Neva Again" den wohl bedeutensten Track seiner Karriere (und wohl auch dieser Platte) vorzuweisen hat, welcher zu den denkwürdigen Inhalten die passende, schwermütige und bedrückende, atmosphärische, musikalische Untermalung beigesetzt wurde. Die Qualität, sowohl lyrische, als auch musikalische, ist ununterbrochen auf einem hohen Niveau, vor allem die zweite Hälfte überzeugt. Wenn ich zwei bis drei Tracks hervorheben müsste, würde ich neben "Neva Again" noch das wundervolle "On The Strength", "Where Was Heaven" und "'97 Mentality" (mit Cappadonna in Topform) nennen.
Man darf dankbar für diese Compilation sein, sie öffnete für einige Interpreten die Tür in die "Außenwelt" und gab diesen eine Chance, ihre Fähigkeiten und ihr Talent (welches ohne Frage in den meisten Fällen vorhanden ist) unter Beweis zu stellen. Leider gibt es bis dato keine Fortstzung, die mit dieser starken, ersten Compilation auch nur ansatzweise mithalten konnte.