Ich muss den zwei vorhergehenden Rezensenten teilweise widersprechen. Das Album wirkt zwar "weniger düster". Aber dies ist zum Teil nur Schein. Ich habe The Bravery letzte Woche in Köln live gesehen. Und Sam Endicott hat durchaus einige Sätze zu den einzelnen Songs gesagt. Mit dieser Information, und wenn man sich mal etwas mehr Zeit nimmt, den Songs und den Texten zuzuhören, merkt man, dass etliche Lieder doch tiefgründiger und melancholischer sind, als man beim ersten Hinhören vermuten würde.
So handelt der dritte Track, "This is not the End" von einem Freund Endicotts, der beinahe gestorben ist. "Bad Sun" beschäftigt sich mit der tragischen Beziehung zu einer Frau, die ihn für einen anderen Mann hat sitzenlassen. Das folgende "Time Won't Let Me Go" und auch "Tragidy Bound" kann man durchaus als Anschluss betrachten. Der erste Titel befasst sich mit Reue und Bereuen, während der zweite durchaus von der gleichen Frau zu erzählen scheint -- vielleicht auch nicht...
Das Album ist extrem gut strukturiert und baut einen Spannungsbogen auf. Gestartet wird mit "Believe", einem extrem starken Song. Danach steigert sich das Album auf einer emotionalen Welle, bis etwa mit "Tragedy Bound" der Scheitelpunkt überschritten ist.
Zuletzt finde ich, kann man The Bravery nicht wirklich als Britpop bezeichnen, zumal die Gruppe noch nichtmal aus UK kommt, sondern aus NY. Ich entdecke immer neue Stile an dieser Band, die Songs sind sehr abwechslungsreich: "The Ocean", eine schöne nette Pop-Ballade im 3/4-Takt; "Above and Below", ein flotter Song mit Offbeat-Betonung, der an punkigen Ska erinnert, jedoch wie immer mit einer Prise Elektronik gewürzt.
Insgesamt ein sehr gutes, frisches Album von einer Band, die auch Live wirklich toll ist. Meiner Meinung nach eine Kaufempfehlung!