Wenig Story, viel Spannung, so lautete das Erfolgsrezept diverser Horrorslasher aus vergangenen Tagen und dieser Tradition folgt auch "The Strangers"
Ein Pärchen zieht sich nach einem abgelehnten Heiratsantrag in ein abgelegenes Waldhaus zurück und wird im Laufe der Nacht von drei maskierten Gestalten terrorisiert.
Kein zu anspruchsvoller Plot, aber einen solchen benötigt dieser Film auch nicht.
Nachdem die Geschichte der beiden Protagonisten in der ersten Viertelstunde mehr oder weniger abgehandelt wurde, wird die Spannung des Films stark gesteigert - ein unbekanntes Mädchen klopft wiederholte Male an der Vordertür der Hauses und damit beginnt der Terror. Die dunkle Atmösphäre und die gut eingesetzten Soundeffekte tragen stark zur Intensität des Films bei und es gibt auch ein paar simple Schockeffekte (aber wir würden sie vermutlich vermissen, wenn sie fehlen würden).
Außerdem wirken die "Fremden" durch ihre Masken sehr bizarr und verstörend.
Nachdem man allerdings eine halbe Stunde mit Schrei-Königin Liv Tyler mitgefiebert hat, gewöhnt man sich allmählich an die Atmösphäre des Films, wodurch er deutlich an Substanz verliert.
Die Handlungen der Protagonisten wirken manchmal etwas unlogisch und auch die Geschichte wird vorhersehbarer.
Das Ende spielt dann am hellichten Tage, wodurch keine Spannung mehr aufkommt, sondern der Film nurnoch abgehandelt wird. Allerdings zeigt sich die grausame Willkür der Täter was die Tatsache, (wenn es denn der Wahrheit entspricht) dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten basiert, noch verstörender macht.
Alles in allem wird in diesem Film das Horror-Rad nicht neu erfunden aber es ist ein guter Schocker für zwischendurch. Wir finden liebevoll inszenierte Szenen und sorgfältig aufgebaute Atmosphäre aber auch ein Paar alte Horrorklischees, die aber nicht zu stark stören.
Liv Tyler und Scott Speedman spielen gut, aber nicht herausragend und vor allem Liv reiht sich perfekt in die bekannte Reihe der verängstigten Horror-Heldinnen ein. Bei dem heutigen Niveau im Horrorgenre eine eindeutige Empfehlung, die zumindest für eine schlaflose Nacht sorgen könnte.