...sooo toll nun auch wieder nicht, auch wenn es sicherlich ca. 2 Jahre lang stilprägend war und den Nerv der Zeit punktgenau traf (in Großbritannien zumindest...). Wurde damals (1989) wie heute (gilt als einer der allerallerbesten und allerwichtigsten britischen Alben überhaupt und sowieso; zumindest im Mutterland) gefeiert wie sonstwas (das erging "Ocean Rain" von Echo And The Bunnymen fünf Jahre zuvor ähnlich [wenn auch mit deutlich kürzerer Halbwertzeit]; ebenso übertrieben), obwohl hier nun musikalisch nicht unbedingt Geschichte geschrieben wurde; das sind eigentlich recht normale Rockpopsongs, groovig, dicht, cool, manchmal auch ansteckend dynamisch, aber immer stimmig vorgetragen, wunderbar organisch gespielt und produziert, und Sänger Ian Brown raunt meist abgeklärt-gleichförmig wie leicht on dope vor sich hin. Trotzdem haftet einigen (vor allem den ersten fünf) ein kühler und gleichzeitig kuschliger Zauber an, der einen wirklich begeistern kann (ein Verdienst auch des Produzenten John Leckie), hält aber nicht die ganze Platte an. Die beiden letzten Tracks z.B. (eigentlich "This Is The One" und "I Am The Resurrection"; das kurz nach dem Album erschienene "Fools Gold" wurde erst auf dieser Ausgabe hintenran gepappt) übertreiben für meine Begriffe ein wenig. Da wär "Fools Gold", das kurz nach dem Erscheinen der LP herauskam, der bessere Abschluß gewesen; dann hätte man sogar fast von einer perfekten Platte sprechen können.
Lieblingstracks: die gesamte erste Seite (damals Vinyl: 5 Tracks...) und natürlich das Tanz-Monster "Fools Gold".
Übrigens war die nächste Single "One Love" in der extended Version fast genauso gut wie der Vorgänger; auch das mystisch funkelnde und smoothe "Something's Burning" auf der Rückseite war großartig.