Bereits zu Beginn des Films wird der Zuschauer in ein Horrorszenarion hinein katapultiert. Er sieht, wie sich Jerry das Blut von den Händen wäscht und ein völlig neuer Mann vor dem Spiegel des Bades entsteht. Er muss beobachten, wie der gutaussehende, gepflegte Familienvater neben den Leichen seiner Kinder steht und das Spielzeug vom Boden aufhebt, um es wegzuräumen. Danach verlässt er fröhlich vor sich hin pfeifend das Haus und dem Zuschauer wird klar, dass er soeben einen Mörder kennengelernt hat, den er auf seinem weiteren Weg begleiten wird. Doch leider führt dieser zu der sympathischen Susan, die allein mit ihrer Tochter Stephanie lebt. Fasziniert von dem netten, höflich erscheinenden Mann, verliebt sie sich in ihn und sieht dabei nicht, wer er wirklich ist: Ein überaus gefährlicher Psychopath, der für die Erfüllung seiner Ansprüche über Leichen geht. Von diesem Punkt an wird der Zuschauer von der Handlung des Films gefangen. Er beobachtet Jerry genau, sieht, was kein anderer sehen kann, und hofft, dass ihn bald jemand entlarvt. Doch Susan ist blind vor lauter Liebe, die Nachbarn kennen ihn nur als beneidenswerten, erfolgreichen Geschäftsmann. Einzig und allein Stephanie ahnt das Böse ihn ihm, hat aber kaum eine Chance, dagegen anzugehen. Eine Spannung, die sich schleichend entwickelt und den Zuschauer in seinen Bann zieht. Ein Drama, das gut erdacht seinen Lauf nimmt, und wären da nicht die blutigen Szenen, könnte man meinen, dass es ein solches ist.
"The Stepfather" ist ein gut inszenierter Horrorfilm, der nicht nur von einem glaubwürdigen und authentisch erscheinenden Plot lebt, sondern auch von einer hervorragenden Leistung seiner Darsteller. Terry O'Quinn verkörpert den Psychopaten Jerry Blake dermaßen lebensecht, dass man ihm die gutbürgerliche Fassade abgenommen hätte, wenn man ihm begegnet wäre. Einzig und allein der Fakt, dass der Zuschauer von Beginn an weiß, was er getan hat, versetzt ihn in die Position, Jerrys gut gehütetes Geheimnis zu durchdringen. Aber auch alle anderen Schauspieler verstehen es, ihre Figuren so zu verkörpern, dass man mit ihnen lebt, liebt und leidet.
Optik und Ton kommen in einer guten Qualität daher und wissen zu überzeugen. Lediglich die Extras auf dieser DVD sind als dürftig zu bezeichnen. Neben den zwei Trailern zum Film gibt es nichts weiter als eine Trailervorschau weiterer Filme des Labels, was enttäuscht. Ebenfalls wurde auf Untertitel verzichtet.
Fazit:
"Der Stepfather" ist vor allem auch durch die gute schauspielerische Leistung von Terry O'Quinn als Psychogramm eines tragischen Menschen äußerst gelungen. Ergänzt mit gut funktionierenden Horrorelementen ist das ein Streifen, den man getrost weiterempfehlen kann.