Es gab in den 80er Jahren ein Revival des klassischen Jazz, das große Aufmerksamkeit nach sich gezogen hat. Wynton Marsalis (der mir persönlich zu wenig avantgardistisch ist), aber auch viele andere wurde so berühmt.
Gleichzeitig konnten einige der Etablierten späten Ruhm erlangen. Hierzu zählt zweifelsohne Joe Henderson, der mit der vorliegenden Liveaufnahme ein absolutes Meisterstück abgeliefert hat. Diese Einspielung ist viel besser als das meiste, was Joe Henderson in den 60ern produziert hat. Erhalten gebleiben ist sein Hang zu komplexen (und oft komplizierten) Tonfolgen, seine Saxophonsoli erschließen sich nicht beim ersten Hören. Insgesamt ist er aber reifer geworden, souveräner, und weiß genau wie er sein Publikum erreicht.
Eine Platte, die bei jedem Mal besser wird.
Anspieltip: CD 1, Loose Change