Vergleicht man die neue Encyclopedia mit der Erstausgabe, wird einem erstmal schwindlig vor lauter Fülle und FARBE! Der Puls schlägt schneller vor Aufregung über all die vielen kleinen Details, die unzähligen Graphiken und Tabellen. Und schließlich tut einem der linke Arm weh, weil man das Buch wieder stundenlang nicht aus der Hand gelegt hat. Man zeigt also alle Symptome für einen Herzinfarkt, aber als wahrer TREK-Fan wird man mit einem Lächeln auf den Lippen dahinscheiden - es sei denn, der Wind blättert eine Seite weiter; dann bekommt man nämlich von all den neuen Informationen einen solchen Schock, daß man sich quasi selbst wiederbelebt...
Nein wirklich, dieses Buch ist eine Gefahr: es macht süchtig!
Okuda, Okuda, Mirek und Drexler haben sich hier selbst übertroffen - die Informationsfülle ist überwältigend, die Graphiken spektakulär, zumal sie "offiziell" sind und teilweise sonst nirgendwo zu finden. Selbst das Material, das man schon in der Erstausgabe fand, wurde um viele Querverweise und Zusatzinformationen bereichert, und man findet selbst Erklärungen zu Begriffen wie "freakasaurus". Seltsam ist jedoch, daß es keinen Eintrag über den Autor D.H.Lawrence gibt, obwohl er in STAR TREK IV laut und deutlich erwähnt und zitiert wird - ich denke, das dürfte damit zusammenhängen, daß einige von Lawrences Werken im prüden puritanischen Amerika auf dem Index stehen. Leider zeugen solche Unterlassungen von einer im TREK-Universum seit kurzem feststellbaren Mutlosigkeit: in der Afghanistan-Sache war das TREK-Team bedingungslos auf der Seite der US-Soldaten, und gesellschaftskritische Episoden sind selten geworden. So ein seltsamer Typ er auch war, wäre Roddenberry noch am Leben, würde TREK viel kritischer aussehen.
Aber die Encyclopedia ist ja kein kritischer Apparat, sondern ein Nachschlagewerk, und als solches überzeugt es (mit wenigen Ausnahmen wie der o.g. Unterlassung) auf ganzer Linie.
ABSOLUT EMPFEHLENSWERT!