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Wie man es vom Meister des Horrors kennt, ist jeder auch noch so kleine Aspekt der Geschichte perfekt ausgefeilt und ausgetüftelt, um harmonisch und zugleich chaotisch auf der Klaviatur der Ur-Ängste zu spielen. Das fängt bereits bei der Seuche an, welche die Menschheit binnen kürzester Zeit fast vollständig auslöscht: Kein ominöses außerirdisches Virus, welches Menschen in Bestien verwandelt, keine utopische "Zombie-Krankheit", sondern schlicht eine Erkrankung, welche jedem Menschen bekannt ist, und von der fast jeder sich ein realistisches Bild machen kann: Grippe!
Bereits dieser Aspekt der Handlung sorgt dafür, daß die "Seuche" nicht utopisch oder irreal wirkt. Die Geschichte kommt durch diese Feinheit so hautnah rüber, wie sonst kaum eine der zahlreichen Untergangsvisionen auf dem Büchermarkt.
In "The Stand", werden haarsträubende - nicht zu realitätsfremde - Visionen der Zukunft geschildert, wobei King stufenweise sehr gekonnt den für ihn charakteristischen übernatürlichen Horror einfließen lässt, welcher im Fall von "The Stand" allerdings nicht mit Werken wie "Friedhof der Kuscheltiere", oder "Es" zu vergleichen ist.
Der Horror in "The Stand", driftet größtenteils vom üblichen Schema von Geistern und Dämonen ab, und verlagert sich auf ein viel höheres - und für einen Schriftsteller ein sehr mutiges - Ziel: Den finalen Kampf zwischen Gut und Böse.
Dieses Buch ist kein subtiler Schocker, sondern eine schonungslose düstere Vision des Weltunterganges, gewürzt mit Stephen Kings meisterlicher Eigenschaft, den Leser durch die geschickte Verknüpfung von interessanten Charakteren, und faszinierenden Einflüssen des Übernatürlichen in seinen Bann zu ziehen, ohne dabei kitschig zu wirken.
Die Geschichte gliedert sich fließend in 2 Teile:
Im ersten Teil der Geschichte, wird die Entvölkerung Amerikas durch die Seuche eingehend geschildert. Im zweiten Teil rotten die Überlebenden sich in 2 Gruppen zusammen, um den endgültigen Kampf zwischen Gut und Böse auszufechten.
Schonungslos offen und anklagend, wird das in den Vordergrund gestellt, was sonst hinter Hemmungen, Höflichkeit und guter Erziehung verborgen liegt: Das WAHRE Gesicht des Menschen.
"The Stand" ist nicht nur ein Buch, sondern in nahezu jeder Hinsicht ein Kunstwerk.
The Stand- Das letzte Gefecht von Stephen King handelt von der Apokalypse. Nicht im religiösen Sinn, aber auf eine erschreckend realistische Weise:
In einem Labor in den USA züchten Forscher ein Virus, das sie Captain Trips nennen. Es ist eine grausame Art der Erkältung, die unweigerlich zum Tode führt und so ansteckend ist, dass sich jeder, der nur in Kontakt mit kranken Personen kommt, infiziert. Der Mann, der im Labor als Testperson fungiert hat, flieht aber, nachdem er bereits infiziert ist- und der Kreislauf des Todes beginnt. In wenigen Wochen sind fast alle Einwohner der USA gestorben. Nur ein paar Millionen sind immun gegen das Virus und scharren sich in ihrer verzweifelten Hilflosigkeit um zwei Personen, die sie in Träumen und Visionen sehen: Mutter Abigail, eine schwarze Frau, die die reine Göttlichkeit symbolisiert und den schwarzen Mann, den Teufel in Menschengestalt. Da Gut und Böse nicht friedlich neben einander existieren können und wollen, kommt es schließlich unweigerlich zum Endkampf, der einige Überraschungen bereithält.
In bester Kingmanier ist auch dieser Roman eine geschickte Komposition, in der Horror mit Fantasyelementen verknüpft wird. Das Erschreckende dieses Romans ist jedoch die Glaubwürdigkeit der Geschichte, die sich bis zum Ende nicht vermindert. In den Schrecken, den das Massensterben beim Leser auslöst, mischt sich die grausame Gewissheit, dass die Idee nicht so abwegig ist, wie es zunächst den Anschein hat. Im Romangeschehen sind die Einwohner der USA nicht über die Vorgänge im Seuchenzentrum informiert, sodass das Virus erschreckend und ohne Vorwarnung auftritt. In dem Sinne könnte es sich tatsächlich so abspielen, da die normalen Bürger nicht über die Arbeit irgendwelcher Zentren informiert sind. Die realistische Gefahr, die in diesem Buch die Menschen beschleicht, macht den Thriller besonders spannend und gruselig.
Zudem spielt Stephen King wieder einmal geschickt mit den Perspektiven und gestaltet den Roman äußerst abwechslungsreich. Als Meister dieses Handwerks bleibt die Handlung spannend, egal ob man aus der Sicht eines Überlebenden, der nicht weiß, was er machen soll, dem schwarzen Mann persönlich oder auch einem gestörten Pyromanen liest, die Geschichte ist fesselnd. Die ersten paar hundert Seiten sind noch etwas schleppend und der Leser muss sich zwischendurch zum Weiterlesen zwingen, doch dafür wird er mit einem großartigen zweiten Teil und einem explosiven Finale belohnt. Die Geschichten der einzelnen Personen, vom Tod eines der besten Charaktere, über den Fall einer jungen Frau, die sich dem schwarzen Mann verschreibt, bis zu dem bewegen Schicksal des seltsamen Mülleimermannes verbergen alle Überraschungen und sind so komplex ausgeklügelt, wie es bei der Masse von Charakteren überhaupt möglich ist. Im Mittelpunkt steht die komplizierte Dreiecksbeziehung zwischen Fanny, Stu und Harold, die in Verrat und böser Rache gipfelt. Schließlich fließen alle Einzelschicksale im Endeffekt in das große und überraschende Finale ein.
Ein äußerst klug komponierter und verwinkelter Roman, der sowohl mit sprachlichem Niveau und unheimlich genauen Charakterstudien, als auch mit Spannung und Horrorelementen besticht. The Stand- Das letzte Gefecht ist wahrscheinlich Stephen Kings Meisterwerk.
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